Technische Panne offenbar behoben: Blackberry-Dienste nach Datenstau eingeschränkt

Technische Panne offenbar behoben : Blackberry-Dienste nach Datenstau eingeschränkt

Montréal (RPO). Das technische Problem beim Blackberry-Diensten ist laut des Vorsitzenden von Research in Motion gelöst. Trotzdem gebe es nach wie vor einen Datenstau, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Die Smartphones des kanadischen Herstellers funktionierten nach drei Tagen weltweiter Netzausfälle noch immer nicht wie vorgesehen.

"Unser Versagen, die Probleme schnell zu lösen, war frustrierend", sagte der sichtlich zerknirschte Ko-Vorsitzende von Research in Motion, Mike Lazaridis, in einer Videobotschaft. "Wir tun alles dafür, um die Risiken eines erneuten Ausfalls zu minimieren."

In Europa, dem Nahen Osten, Afrika und Indien gebe es zwar deutliche Verbesserungen, allerdings komme es nach wie vor zu Verzögerungen, teilte der kanadische Hersteller Research In Motion am Donnerstag auf seiner Internetseite mit. Die Funktionsfähigkeit der Smartphones könne sich von Kunde zu Kunde unterscheiden. Wann die Telefone weltweit wieder komplett funktionierten, lasse sich derzeit nicht abschätzen.

Nach einem tagelangen Ausfall der Internetdienste auf Blackberry-Smartphones hatte der Hersteller am Donnerstag verkündet, die Panne sei behoben. Das Netzwerk sei vollständig wieder hergestellt, sagte einer der beiden Chefs des Unternehmens Research in Motion (RIM), Mike Lazaridis. Seit Montag hatte RIM mit einem Daten-Rückstau zu kämpfen, der das Netzwerk in zahlreichen Ländern lahmlegte.

Es sei die größte Panne in der Geschichte des Unternehmens, sagte Lazaridis. RIM werde alles tun, um das Risiko zu verringern, dass sich eine "Panne solchen Ausmaßes" wiederhole, versicherte er. Lazaridis machte keine Angaben dazu, wie viele der rund 70 Millionen Kunden betroffen waren oder welche Kosten dem Unternehmen durch die Panne entstanden sind.

Zugleich entschuldigte sich der RIM-Gründer bei den betroffenen Blackberry-Kunden: "Wir haben zwölf Jahre dafür gearbeitet, Ihr Vertrauen zu gewinnen, und wir werden alles dafür tun, es wiederzugewinnen", sagte Lazaridis. Er wies jedoch darauf hin, dass die Verfügbarkeit der Blackberry-Dienste in den vergangenen 18 Monaten bei 99,97 Prozent gelegen habe.

Größte Panne der Unternehmens-Geschichte

Wegen Netzwerk-Problemen konnten Blackberry-Kunden weltweit in den vergangenen Tagen nicht im Internet surfen oder E-Mails abrufen. Ursache der weitreichenden Panne war nach Angaben von RIM der Ausfall eines Rechnerknotens in Großbritannien westlich von London.

Von dem Zwischenfall waren nach Angaben von RIM Dienste in Europa, im Nahen Osten, in Afrika, Indien, Brasilien, Chile und Argentinien betroffen. Die Probleme weiteten sich am Mittwoch auch auf Kanada und die USA aus, wie RIM in einer in Montréal veröffentlichten Erklärung einräumte. Infolge des Netzwerk-Ausfalls sei ein Daten-Rückstau von E-Mails und Nachrichten aus Europa entstanden.

RIM schloss indes aus, dass die Probleme auf einen Hackerangriff oder einen Sabotageakt zurückzuführen sein könnten. Es gebe überhaupt keinen Grund zu dieser Annahme, sagte der für Software zuständige RIM-Vize David Yach in einer Telefon-Pressekonferenz.

Um den Blackberry, der vor allem von Geschäftsleuten genutzt wird, steht es derzeit ohnehin nicht zum Besten: Konkurrenten wie das iPhone von Apple und Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android machen RIM zu schaffen. Die Aktien des Unternehmens haben seit Jahresanfang fast 60 Prozent an Wert eingebüßt.

(AFP/rtr)
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