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Handys können Krebsrisiko erhöhen: Beim Handykauf auf niedrige Strahlung achten

Handys können Krebsrisiko erhöhen : Beim Handykauf auf niedrige Strahlung achten

Salzgitter (RPO). Die Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation, dass Handystrahlung krebserregend sein kann, verunsichert die Verbraucher. Das Bundesamt für Strahlenschutz rät, beim Handykauf nicht nur auf Preis und Ausstattung, sondern auch auf den Strahlenwert des Gerätes zu achten.

Gemessen wird die elektromagnetische Strahlung mit der Spezifischen Absorptionsrate, dem sogenannten SAR-Wert. Dieser gibt an, wie viel Strahlungsenergie der menschliche Körper beim Telefonieren mit dem Handy am Ohr maximal ausgesetzt ist, so das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS).

In Deutschland dürfen Handys nicht mehr als 2 Watt pro Kilogramm (W/kg) abstrahlen. Als Richtwert für strahlungsarme Geräte nennt das BfS aber 0,6 W/kg oder niedriger.

Dass vom Telefonieren mit dem Handy eine Gesundheitsgefahr ausgehen könnte, ist nicht auszuschließen. Als "möglicherweise krebserregend" hatte am Dienstag eine Expertengruppe der Internationalen Agentur für Krebsforschung IARC Handystrahlung eingestuft. Es gebe begrenzte Hinweise auf ein erhöhtes Auftreten bestimmter Hirntumore (Gliome) bei Intensiv-Handynutzern. Der internationale Verband der Mobiltelefon-Produzenten CTIA wies den Bericht zurück. Die Analyse der WHO-Krebsforschungseinrichtung sei nicht aussagekräftig.

Da der SAR-Wert von Handymodell zu Handymodell stark schwankt, sollten sich Verbraucher auf den Internetseiten der Hersteller oder Netzbetreiber, im Fachhandel sowie durch Testberichte informieren. Auch das BfS untersucht regelmäßig Handys, zuletzt im Dezember 2010. Insgesamt hat das Amt bislang SAR-Werte von 1462 Modellen gesammelt, die auf der BfS-Webseite eingesehen werden können.

Besonders hoch ist die Strahlungsbelastung bei schlechter Netzabdeckung, in abgeschirmten Räumen oder beim Telefonieren im Auto ohne Außenantenne, weil das Handy dann mit maximaler Leistung funkt. Grundsätzlich kann das Telefonieren mit Headsets oder über die in viele Handys integrierte Freisprecheinrichtung die Belastung verringern. Wer lange telefoniert, sollte auf Festnetztelefone ausweichen - auch auf schnurlose DECT-Telefone. Die strahlen zwar auch, allerdings deutlich weniger als Handys, erklärt Anja Schulte-Lutz vom BfS.

Wer nicht auf andere Telefone ausweichen kann, sollte die Handynutzung begrenzen, wenn er der Strahlung aus dem Weg gehen will. "Halten Sie ihre Telefonate kurz oder schreiben Sie eine SMS", rät Schulte-Lutz. Zwar strahlt ein Handy auch, wenn nicht telefoniert wird, diese Werte seien im Vergleich aber zu vernachlässigen. Wer seine Belastung trotzdem weiter verringern will, kann das Handy zum Beispiel in einer Hand- oder Umhängetasche und nicht direkt am Körper tragen. Nachts sollte ein Mobiltelefon mit aktiviertem Funkteil besser nicht direkt neben dem Kopfkissen liegen.

Hier geht es zur Infostrecke: Die häufigsten Krebsarten

(dpa/tmn)