Kolumne Total Digital: Das Internet steht erst am Anfang

Kolumne Total Digital : Das Internet steht erst am Anfang

Wer gedacht hat, wir hätten das Internet durchgespielt und nach E-Mails, WhatsApp und Online-Dating kommt nichts mehr, für den habe ich schlechte Nachrichten: Was wir im Netz erlebt haben, war nur der Anfang.

Mit dem Start des neuen 5G-Mobilfunkstandards geht die Party im Netz erst richtig los. 5G steht für die fünfte Mobilfunkgeneration, die eine noch nie dagewesene Beschleunigung des Datentransfers mit sich bringt.

Stellen Sie sich die schnellste Glasfaser-Internetverbindung vor, die Sie heute für Geld kaufen können, und teilen Sie die Übertragungszeit durch zehn. E-Mails, Fotos, Filme erreichen ihr Ziel quasi im selben Augenblick, sobald Sie den „Senden“-Knopf drücken. Dieses Tempo wird vor allem Augmented-Reality-Anwendungen, also Realbilder, die durch computeranimierte Grafiken angereichert werden, zum Durchbruch verhelfen. Beispiel Navigation: Sie richten Ihr Telefon auf eine Straße, und auf dem Bildschirm erscheinen über das Kamerabild projizierte Pfeile, die Ihnen den Weg zu Ihrem Ziel zeigen.

Ein weiterer Trend, der im nächsten Jahrzehnt Realität wird, ist das schon lange angekündigte Internet of Things. Apple, Google, Amazon zusammen mit traditionellen Unternehmen wie Philipps oder Ikea ihre Allianz verkündet, um einen gemeinsamen Industrie-Standard für Smarte Geräte zu entwickeln. Von der Jallousie bis zur Klobrille werden unsere Möbel, Haushalts- und Unterhaltungsgeräte in Zukunft am Internet hängen. Der Vorteil: Die Produkte können über Software-Updates repariert oder sogar dank neuer Funktionen verbessert werden. Der Nachteil: Wir werden noch verwundbarer für Hacker- oder Spionage-Angriffe.

All diese Trends werden die Probleme, die wir schon heute mit vielen Netz-Anwendungen haben, vergrößern. Es wird Zeit, dass wir das Netz als das begreifen, was es schon lange ist: Nährboden oder Totenglocke für unsere Wirtschaft, unseren Wohlstand und für unsere Demokratie.