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Wikia soll Weltkonzern werden: Wikipedia-Gründer Wales will ganz hoch hinaus

Wikia soll Weltkonzern werden : Wikipedia-Gründer Wales will ganz hoch hinaus

Bamberg (RPO). Einer der Wikipedia-Gründer will den ganz großen Sprung wagen: Mit seiner Medienseite Wikia will Jimmy Wales der "weltweit größte Medienkonzern mit frei zugänglichen Inhalten werden".

Das sagte Wales am Donnerstag bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) in Bamberg.

Wikia sei ein selbstständiges Projekt und habe keinerlei Verbindung zu dem 2001 gegründeten Online-Lexikon Wikipedia. Das Portal, das laut Wikipedia-Eintrag seit 2006 in dieser Form besteht, verfüge über zwei zentrale Bereiche: eine Bibliothek, die derzeit rund 2000 Themen in 66 Sprachen umfasse, sowie eine Magazin-Sparte, in der Nachrichten mit dauerhaftem Informationswert verzeichnet seien. Ähnlich wie bei Wikipedia könne sich an dem Projekt jeder Internet-Nutzer weltweit beteiligen. So kann laut Wales jede Art von Buch, Arbeit oder Gemeinschaft, die Leute gründen möchten, online gestellt werden.

Allerdings versuche die Seite, Spezialwissen zu vermitteln. Als Beispiel nannte der US-Amerikaner das Muppet Wiki, einen Unterbereich von Wikia, der sich ausschließlich mit der Fernseh-Puppenshow beschäftigt. Während es bei Wikipedia rund 300 Artikel über die Puppen gebe, verfüge Muppet Wiki derzeit schon über 14.000 Artikel. Die deutsche Version von Wikia ist noch im Aufbau.

Bei der für Ende des Jahres angekündigten Suchmaschine Search Wikia befinde man sich derzeit noch in der Softwareentwicklungs- und Design-Phase, sagte Wales. Man sei weit davon entfernt, Google "ausschalten" zu können.

Dass Wikipedia irgendwann gedruckt erscheinen könnte, schloss der 40-Jährige zwar nicht aus. Dies sei aber nur in Ländern sinnvoll, in denen es nur wenige Internet-Zugänge gebe. Allerdings verfolge man dieses Ziel nicht aktiv.

Die Internet-Enzyklopädie finanziert sich laut Wales ausschließlich über Spenden. Im vergangenen Jahr seien Spenden aus 50 Ländern eingegangen. Der Finanzbedarf, um Wikipedia betreiben zu können, habe 2006 bei rund einer Million Dollar gelegen (etwa 740.000 Euro). Für dieses Jahr rechne man mit einer Summe von zwei bis drei Millionen US-Dollar (rund 1,5 bis 2,2 Millionen Euro). Die meisten Kosten verursachten dabei die rund 350 Server.

Als Ziel für Wikipedia nannte Wales, dass nahezu jede Sprache der Welt über mindestens 250.000 Artikel auf Wikipedia verfügen sollte. In Deutschland gehöre Wikipedia mit fast 600.000 Artikeln momentan zu den sechs meist besuchten Homepages. Als eines der größten Probleme der freien Online-Enzyklopädie sieht Wales die Änderungen bei Urheberrechtsgesetzen und die sich dadurch ständig verändernde Rechtslage beim Urheberrecht.

An der dreitägigen Jahrestagung der DGPuK nahmen rund 250 Kommunikations- und Medienwissenschaftler aus Deutschland und der Schweiz teil. Sie endet am Freitag.

(afp2)