Der Boom der Online-Enzyklopädien: Von Dreadlock- bis Frauenwiki: Wikipedias Nachahmer

Der Boom der Online-Enzyklopädien : Von Dreadlock- bis Frauenwiki: Wikipedias Nachahmer

Düsseldorf (RPO). Die Online-Enzyklopädie Wikipedia gehört zu den größten Erfolgen in der Geschichte des Internets. Kein Wunder also, dass sie zahlreiche Nachahmer findet. Inzwischen gibt es für praktisch jedes Themengebiet ein freies Online-Nachschlagewerk - von Star Trek bis Dreadlocks, von Frauen bis zu Indie-Musik.

Verfilzte Haare und solche, die es werden sollen, werfen mehr Fragen auf, als den meisten Menschen bewusst ist. Doch das Internet weiß Rat: Im Dreadlocks-Wiki gibt es Tipps für alle, die "sich Dreadlocks machen wollen, Probleme mit ihren Dreadlocks haben und für die, die noch einige Tipps und Tricks weitergeben wollen".

Hier erfahren Unkundige, ob es ratsam ist, die verfilzten Haarsträhnen zu färben, was zu tun ist, wenn die "Dreads" unangenehm riechen, und was sich hinter dem abenteuerlichen Begriff "Terrormische" verbirgt. (Für Uneingeweihte: Es handelt sich um eine aggressive Mischung aus Seife, Salz und Wasser, die das Verfilzen der Haare beschleunigen soll.)

Das Prinzip ist immer das gleiche, die Themen könnten unterschiedlicher nicht sein: Wikipedia hat inzwischen unzählige Ableger, in denen Internetnutzer ihr Wissen zusammentragen, neue Artikel erstellen und die Texte anderer Autoren ergänzen und verbessern.

So haben Fans der amerikanischen TV-Serie "Lost" die "Lostpedia" erstellt. In dem Wiki wird die Handlung der Sendung, der selbst treue Zuschauer nur schwer folgen können, bis ins Details seziert. Jede Serienfigur, jede Szene, jede Anspielung wird hier erklärt.

Doch nicht immer geht es "nur" um Unterhaltung. Hinter einigen Wikis steckt durchaus Sendungsbewusstsein: So haben es sich die Macherinnen des Frauenwiki zur Aufgabe gemacht, Frauenorganisationen ein Forum zu bieten, um ihren Bekanntheitsgrad zu steigern. Gespickt ist das Online-Nachschlagewerk mit Informationen rund um die Frauenbewegung, Gleichstellung und weibliche Künstlerinnen.

Einen völlig anderen Ansatz verfolgt Kamelopedia. Das Wiki, das sich mit auf humorvoll-satirische Weise mit Kamelen und kamelverwandten Themen beschäftigt, gilt als Parodie auf Wikipedia. Die Macher von Kamel-Enzyklopädie sehen das allerdings anders: Sie behaupten, Kamelopedia sei "das Ursprungsprojekt, aus dem andere irreführende Machwerke wie: Wikipedia, Wikiquote, die Bibel, der Duden, die DNA, das Universum und andere entstanden sind".

Wir haben einige interessante Wikipedia-Ableger zusammengestellt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Wikipedias Nachahmer

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