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Blaster breitet sich unkontrolliert aus: Viele Privatanwender bemerken "Lovsan" kaum

Blaster breitet sich unkontrolliert aus : Viele Privatanwender bemerken "Lovsan" kaum

Düsseldorf (rpo). Noch immer treibt Computervirus "Lovsan" sein Unwesen im Netz. Besonders Privatanwender haben darunter zu leiden. Sie sollten die Gefahr für ihre Rechner nicht unterschätzen oder vermeintliche Unregelmäßigkeiten der Hitze zuschieben.

Das technische Support-Team des Antiviren-Spezialisten Sophos meldet einen stündlichen Anstieg an Anrufen von besorgten Computeranwendern zu den Auswirkungen des Blaster Wurms. Der in der Nacht vom 11. August das erste Mal aufgetauchte Wurm agiere ganz gegensätzlich zu den gewöhnlichen E-Mail-fähigen Würmern, die meist über PC-Nutzer hereinbrechen und nach kurzer Umlaufzeit wieder von der Bildfläche verschwinden.

Blaster dagegen dreht seine Runden im Internet und sucht nach Schwachstellen im Microsoft Windows Betriebssystem - was ihm zur Zeit eine rasante Eigendynamik verschafft. Anwender sollten gewarnt sein, dass Rechner selbst ohne offensichtliche Anzeichen von Blaster befallen sein könnten. Infizierte PCs arbeiten merklich langsamer. Computer, die mit Windows XP laufen, neigen dazu, sich permanent neu zu booten.

Sophos zeigte sich besorgt, dass viele Nutzer - besonders Heimanwender - die Zeichen als Hitze-Probleme oder alltägliches Zipperlein des Rechners deuten und die Infektion nicht wahrnehmen und beheben. "Blaster ist gerade dabei, sich einen Namen als meist verbreiteter Virus der Welt zu machen", kommentierte Gernot Hacker, Cheftechniker bei Sophos. "Obwohl Microsoft und das US-Department of Homeland Security vor einiger Zeit über die Windows Sicherheitslücke aufgeklärt haben, hat anscheinend nicht jeder rechtzeitig das bereitgestellte Patch installiert."

Der Blaster Wurm programmiert automatisch alle befallenen PCs, in der Nacht vom Freitag, 15. August, zum Samstag, 16. August, um Mitternacht Ortszeit eine Denial-of-Service-Attacke auf die Update-Website von Microsoft, www.windowsupdate.com, zu starten. Microsoft nutzt diese Website, um notwendige Sicherheits-Patches der Microsoft-Nutzergemeinde verfügbar zu machen - unter anderem auch eines gegen die Schwachstelle, die Blaster ausnutzt. Falls die Attacke erfolgreich ist, wird es Windows-Heimanwendern unmöglich sein, die Website aufzurufen und erforderliche Patches herunterzuladen.

"Erst an dem Punkt, wenn Microsofts Update-Website unter Beschuss ist, können wir realistisch einschätzen, wie verbreitet Blaster wirklich ist. Die erste Angriffswelle beginnt voraussichtlich Schlag Mitternacht im asiatisch-pazifischen Raum - sprich Freitag früher Nachmittag deutsche Zeit. Die Attacken werden sich wie ein Schneeball-Effekt über den ganzen Erdball ziehen, sobald es in jeder Zeitzone Mitternacht schlägt und die Anwender wieder beginnen, ihre Rechner anzuschalten", sagt Hacker.