Streaming-Abmahnwelle: Verbraucherschützer erstatten Strafanzeige

Streaming-Abmahnwelle : Verbraucherschützer erstatten Strafanzeige

Der Gegenwind für die Abmahner wird schärfer: Nach der Abmahnwelle einer Regensburger Rechtsanwaltskanzlei gegen Nutzer der Erotikfilm-Plattform Redtube hat die Verbraucherzentrale Brandenburg (VZ) Strafanzeige erstattet.

Es bestünden "erhebliche Zweifel", ob die Beschaffung der IP-Adressen der abgemahnten Verbraucher mit rechten Dingen zugegangen sei, teilten die Verbraucherschützer am Freitag in Potsdam mit. Daher hätten sie Anzeige gegen die Anwälte, den Rechteinhaber und den Ermittler der IP-Adressen gestellt.

Seit Anfang Dezember hatte eine Regensburger Anwaltskanzlei die Briefe an Leute verschickt, die sich zuvor im Streaming auf Redtube Porno-Filme angeschaut hatten. In den Abmahnschreiben werden laut der Verbraucherschützer neben Uhrzeit und Datum auch die IP-Adresse, der Name des gestreamten Videos und ein entsprechender Weblink genannt. Wie genau die für die Ermittlung der Daten zuständige Firma an all diese Angaben gekommen ist, ist demnach nicht bekannt.

Die Verbraucherzentrale befürchtet, dass die IP-Adressen und Daten aus einer nichtöffentlichen Quelle abgegriffen worden sein könnten. "Sollten sich die Beteiligten mittels technischer Mittel Daten verschafft haben, die nicht für sie bestimmt waren, könnte eine strafbare Datenbeschaffung vorliegen", erklärte der Urheberrechtsexperte der VZ, Jan Wilschke.

Die Anwälte hatten die Betroffenen abgemahnt, weil sie die Ansicht vertreten, dass das Streamen von Inhalten die Rechte der Filmemacher verletze. Im Gegensatz zum Download werden beim Streaming die abgerufenen Daten aber nicht dauerhaft gespeichert und können so vom Nutzer auch nicht illegal weitergegeben werden. Es ist daher rechtlich nach wie vor unklar, ob durch das Streamen tatsächlich Urheberrechte verletzt werden.

(AFP)