„Wir arbeiten an einer Lösung“ Störung bei Twitter sorgt für Verwirrung

San Francisco · Bei vielen Nutzern geht nichts mehr: Seit dem Abend können sie weder twittern noch folgen oder Direktnachrichten einsehen. Twitter arbeitet nach eigenen Angaben an der Behebung der Störung.

Bei Twitter ist es zu einem schweren Ausfall gekommen. Viele Nutzer konnten in der Nacht zum Donnerstag weder twittern, noch anderen Konten folgen oder auf ihre Direktnachrichten zugreifen. „Twitter könnte für einige von euch nicht wie erwartet funktionieren“, teilte der Kurznachrichtendienst über seinen offiziellen Hilfsaccount mit. Das Unternehmen entschuldigte sich für die Störung und erklärte, man arbeite an einer Lösung.

Usern fiel das Problem auf, als sie Tweets abzusetzen versuchten, dann jedoch eine Nachricht erhielten, laut der sie ihr „Tweet-Limit“ erreicht hätten. Eine solche Begrenzung gibt es zwar seit Jahren, doch liegt die Mindestzahl der Tweets, die man von einem Account verschicken kann, bei 2.400 pro Tag oder 100 pro Stunde. Das sind weitaus mehr Tweets, als menschliche Inhaber herkömmlicher Konten auf der Plattform für gewöhnlich absetzen.

Probleme traten zudem bei Versuchen auf, anderen Usern zu folgen. Betroffene bekamen eine Nachricht mit dem Hinweis, dass sie aktuell nicht weiteren Personen folgen könnten, versehen mit einem Link zu Richtlinien rund um Limits beim Folgen auf Twitter. Zwar gilt seit langem die Beschränkung, dass ein Nutzer an einem Tag 400 Accounts folgen kann. Doch auch hier liegt die Zahl weit über dem, was die meisten User an einem Tag schaffen.

Die Ursache für die Störung war zunächst unklar. Ehemalige Entwickler von Twitter sowie Experten hatten jedoch bereits vor einer erhöhten Gefahr von Zerfallserscheinungen der Online-Plattform gewarnt, seit Elon Musik das Gros der für technische Abläufe zuständigen Mitarbeiter nach seiner Übernahme von Twitter feuerte. Inzwischen sollen mehr als zwei Drittel der Angestellten, die vor der Ära des Tech-Milliardärs die Kerndienste von Twitter verantworteten, das Unternehmen mit Sitz in San Francisco verlassen haben.

Schon im November sagten abgewanderte Programmierer und Techniker der Nachrichtenagentur AP, dass sie wegen des personellen Aderlasses bei Twitter erhebliche Probleme für die mehr als 230 Millionen Nutzer erwarteten. Dies gelte vor allem dann, wenn Musk große Änderungen einleite, ohne sie abseits der Plattform erprobt zu haben. Seit November sind weitere Mitarbeiter mit internem Fachwissen gegangen, die nicht ohne weiteres ersetzt werden können.

(juju/dpa)
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