Räumliches Computer-Zeitalter „Spatial Computing“ wird schon bald unseren Alltag revolutionieren

Meinung · Ganz nach dem Motto „Mittendrin statt nur dabei“ werden wir bald mit Headsets in den PC „eintreten“ und in realer Umgebung mit Programmen interagieren können. Dann wird die Trennung zwischen analoger und digitaler Welt endgültig aufgehoben. Widerstand zwecklos.

 Nur eine Zwischenstufe? Meta-Chef Mark Zuckerberg mit seinem Avatar

Nur eine Zwischenstufe? Meta-Chef Mark Zuckerberg mit seinem Avatar

Foto: Screenshot/Meta/Youtube

Woran denken Sie, wenn Sie an einen PC denken? Bildschirm, Tastatur und Maus? Glaubt man den Superhirnen aus dem Silicon Valley, beginnt bald eine neue Ära: das Zeitalter des „Spatial Computing“, also eine Art „räumlicher“ PC. Anstelle eines Laptops oder Desktop-PCs tragen wir den Computer bald im Gesicht. Statt Maus oder Trackpad steuern unsere Augen den Zeiger. Eine Geste mit dem Finger genügt, um auf virtuelle Tasten zu klicken oder Objekte zu verschieben. Der Bildschirm selbst existiert nicht mehr. Programme oder Websites werden direkt auf die Gläser unserer Brillen projiziert, lassen sich dort „anfassen“ und beliebig groß um uns herum im realen Raum platzieren.

Was nach Zukunftsmusik klingt, soll noch in diesem Jahrzehnt zu einem Massenphänomen werden.

Ganz nach dem Motto „Mittendrin statt nur dabei“ werden wir mit diesen Headsets in den PC „eintreten“ und in realer Umgebung mit Programmen interagieren können. Wie selbstverständlich werden wir uns 3-D-Objekte per Whatsapp oder E-Mail schicken können, wie wir das heute noch mit Fotos, PDFs oder Textdateien machen. Und anstatt zu telefonieren, werden wir teleportieren: unsere Gesprächspartner dreidimensional zu uns ins Zimmer beamen.

Das räumliche Computer-Zeitalter wird die Trennung zwischen analoger und digitaler Welt endgültig aufheben. Widerstand zwecklos. Denn so wenig, wie man heute lange ohne Smartphone auskäme, wird man es nicht lange durchhalten, sich dieser neuen „Realität plus“ zu verweigern. Die Digitalisierung des Menschen hat zur Folge, dass wir immer mehr zu unserem eigenen Avatar werden. Umgekehrt mutiert die Maschine, dank der Fortschritte bei der künstlichen Intelligenz, immer mehr zum Menschen.

Eines Tages werden wir Gesetze brauchen, die eine Diskriminierung von digitalen gegenüber Lebewesen aus Fleisch und Blut verbieten. Bis es so weit ist, schlagen wir uns noch ein paar Jahre weiter mit dem guten alten Personal Computer herum. Wenn nichts mehr geht, gibt es da ja immer noch die beliebte Tastenkombination Strg+Alt+Entf: Neustart.

Unser Autor ist Blogger und Digitalexperte. Er wechselt sich hier mit der Start-up-Gründerin Felicia Kufferath ab.

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