Neue KI von Meta Der Datenraub des Jahrhunderts

Meinung · Meta ändert mal wieder die Regeln – um damit seine KI zu füttern. Damit verschiebt Meta die Grenzen des Datenschutzes mit einer Dreistigkeit, die ihresgleichen sucht.

 Instagram, Facebook und WhatsApp gehören zum Unternehmen Meta.

Instagram, Facebook und WhatsApp gehören zum Unternehmen Meta.

Foto: dpa/Jens Büttner

Da ist es wieder: das bekannte Spiel der großen Tech-Konzerne, die unsere Daten ausschlachten, als ob es kein Morgen gäbe. Dieses Mal also wieder Meta – besser bekannt als Facebook –, das die Grenzen des Datenschutzes verschiebt, mit einer Dreistigkeit, die ihresgleichen sucht. Meta hat verkündet, unsere Chats, Bilder, Videos und Texte zur Fütterung seiner künstlichen Intelligenz zu verwenden. Alles, was wir je auf Facebook, Instagram oder Whatsapp geteilt haben (übrigens auch vermeintlich gelöschte Daten), dient nun als Trainingsmaterial für eine mächtige und, wie sich Experten einig sind, hochgefährliche KI. Die Begründung: „Legitimes Interesse“, so Meta. Eine Ausrede, die so hohl klingt wie eine leere Konservendose.

Damit ignoriert Meta nicht nur die Datenschutzgesetze der EU, sondern tritt auch die Privatsphäre seiner drei Milliarden Nutzer mit Füßen. Während wir fröhlich Urlaubsbilder posten oder mit Freunden chatten, studieren Facebooks Supercomputer unsere Vorlieben und Ängste, um unsere Schwächen durch personalisierte Reklame noch besser auszuschlachten. In den letzten Tagen haben Datenschutzorganisation Beschwerden in elf europäischen Ländern eingereicht, um das zu stoppen. Die jüngste Änderung von Metas Nutzerbedingungen, die ohne Zustimmung der Nutzer erfolgt ist, bereite den Weg für eine unklare „KI-Technologie“, die potenziell mit unbekannten Dritten geteilt werde. Meta habe die Grenzen des Datenschutzes völlig ignoriert.

Das Schlimmste: Weder aus der Politik noch von uns, den Nutzern, gibt es Gegenwehr. Wir zucken mit den Schultern und scrollen weiter durch unsere Apps. Wenn Meta mit diesem Jahrhundert-Datenbankraub durchkommt, gibt es keine Grenzen mehr. Gesetze, die eigentlich dazu da sind, unsere Privatsphäre zu schützen, werden zur Farce. Damit allen klar ist, worum es geht: Mit diesem Schritt lassen wir es zu, dass Facebook unsere Gedanken liest, maschinell auswertet und – ohne dass wir etwas davon mitbekommen – gegen uns verwenden darf. Einen krasseren Eingriff in die Privatsphäre hat es noch nie gegeben.

Unser Autor ist Blogger und Digitalexperte. Er wechselt sich hier mit der Start-up-Gründerin Felicia Optehostert ab.

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