Total Digital KI gegen Hornissen-Plage

Meinung · In Frankreich setzt man zur Rettung der Honigbiene auf künstliche Intelligenz. Worin dabei die Herausforderung liegt und warum es mit der Technikentwicklung jetzt schnell gehen muss.

Bedroht die Honigbiene: eine Asiatische Hornisse.

Bedroht die Honigbiene: eine Asiatische Hornisse.

Foto: dpa/Axel Heimken

Europäische Honigbienen, die von Hornissen, dem Klimawandel und dem Verlust ihres Lebensraums bedroht sind, erhalten jetzt Hilfe von KI-gestützten Imkern, die alles von der Nahrungssuche bis hin zu fremden Eindringlingen digital verfolgen. Diese Imker gehören zu Pollenize, einem sozialen Unternehmen aus England, das Datenanalysen nutzt, um Mangelerscheinungen bei Honigbienen zu diagnostizieren und zu behandeln.

Die Idee war zunächst ein Tool zur Überwachung der Artenvielfalt, um den Verlust von Wildblumen zu kartieren und KI-gestützte Saatgutpakete zu verschreiben. Dann kamen Bienenstockkameras zum Einsatz, um festzustellen, wie sich der Klimawandel auf die Futtersuche auswirkt. Jetzt richtet sich die volle Aufmerksamkeit auf die Abwehr einer Invasion: Seit die erste asiatische Hornisse nach Frankreich eingeschleppt wurde, wahrscheinlich per Frachtschiff aus China, plagt diese invasive Art die europäischen Imker. Wegen ihrer Fähigkeit, lokale Ökosysteme zu überschwemmen, werden sie als „Mörderhornissen“ bezeichnet. Jedes Tier kann bis zu 50 einheimische Bienen pro Tag vertilgen. Seit ein paar Jahren nimmt die Zahl der Sichtungen drastisch zu.

Die Herausforderung besteht darin, die Hornisse bis zu ihrem Nest zurückzuverfolgen. Helfen soll ein Netzwerk von KI-Köderstationen, die die Tiere aufspüren und verfolgen. Pollenize entwickelt jetzt zusammen mit dem französischen Tech-Riesen Cap Gemini die Lösung „Hornet AI“, ein Netzwerk automatisierter Kamera-Köderstationen, das einen Objekterkennungsalgorithmus verwendet, der auf 5000 Bildern von Asiatischen Hornissen trainiert wurde. Bisher gibt es nur Prototypen.

Zeit ist hier von entscheidender Bedeutung. Experten schüren die Angst, dass wenn die Technologie bis nächstes Jahr nicht die Kontrolle gewonnen hat, die Verbreitung der Hornissenart exponentiell voranschreiten wird – ein Szenario wie im Horrorfilm. Diese Entwicklung erinnert uns daran, wie dringend wir handeln müssen, um die Gesundheit unseres Planeten und unseres eigenen Lebensraums zu schützen.

Unsere Autorin ist Start-up-Gründerin und Sprecherin der Initiative NRWalley. Sie wechselt sich hier mit Blogger Richard Gutjahr ab.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort