Nach dem Datenklau von 16 Millionen E-Mail-Adressen: So wird Ihr PC die Hacker-Programme wieder los

Nach dem Datenklau von 16 Millionen E-Mail-Adressen : So wird Ihr PC die Hacker-Programme wieder los

16 Millionen E-Mail-Adressen und Passwörter haben Kriminelle von deutschen Internetnutzern gestohlen. Das zuständige Bundesamt wusste bereits seit Wochen Bescheid, hat aber erst jetzt die Öffentlichkeit informiert. Ob das früher hätte passieren müssen, darüber streiten sich gerade die Experten. Wichtiger für Betroffene ist aber zu wissen, was sie nun machen sollen - und wie sie sich künftig besser schützen.

Eine der beliebtesten Seiten im deutschsprachigen Netz ist derzeit die des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), auf der jeder überprüfen kann, ob seine E-Mail-Adresse zu den betroffenen gehört.

Dort einfach die zu überprüfende Mailadresse in das Feld eintippen, den Haken in dem Kästchen darüber setzen und auf "Überprüfung starten" klicken. Daraufhin bekommt man einen vierstelligen Buchstaben-Zahlen-Code (etwa: 7W26) angezeigt.

Dann heißt es, kurz warten. Landet eine Mail im eigenen Postfach, die diesen Code als Betreffzeile hat, dann wurde die eigene Mailadresse gehackt. Was nun?

Erst einmal: Nicht in Panik verfallen und gleich die Festplatte formatieren und den ganzen Rechner neu aufsetzen. Als erstes sollte man bei seinem Mailanbieter das Passwort ändern. (>>>hier haben wir einige Tipps, was Sie dabei beachten sollten).

Neuinstallation?

Dann muss man sich um den eigenen Computer kümmern. Klar, man kann nun den kompletten Rechner neu einrichten. Doch dabei läuft man zum einen Gefahr, darauf gespeicherte Daten (Fotos, Musik, wichtige Dokumente) zu verlieren, wenn man sie vorher nicht gesichert hat. Außerdem ist es eine ziemliche Arbeit, im Anschluss wieder alle Programme auf dem Rechner zu installieren.

In der Regel reicht auch ein gutes Antiviren-Programm, welches auf jedem Computer Standard sein sollte. Ob ein kostenloses Programm ausreicht oder man doch zu einer Bezahlversion greifen sollte, darüber informiert ein Test des IT-Security-Unternehmens AV-Test.

Wenn das installierte Antiviren-Programm auf dem neuesten Stand ist, sollte man einen kompletten Systemcheck durchführen. Der dauert zwar in der Regel eine Weile, dafür werden Schädlinge aber auch mit großer Sicherheit entdeckt.

Die Programme verschieben die gefundenen Schadprogramme in der Regel erst in Quarantäne und warten dann auf einen Befehl des Nutzers. Der kann in diesem Fall nur lauten: Löschen!

So bleibt Ihr Computer sauber

Wenn der Rechner dann wieder von Schädlingen befreit ist - oder besser noch: gar nicht erst befallen war - gilt es natürlich, ihn vor neuerlichen Bedrohungen zu schützen. Eco, der Verband der deutschen Internetwirtschaft, hat dazu wichtige Tipps zusammengestellt.

"Um eine erneute Infektion zu verhindern, sollten neben den Anti-Viren Programmen auch stets die gängigen Anwenderprogramme aktualisiert werden", so Markus Schaffrin von Eco. "Besonders wichtig sind dabei Updates der Internetbrowser, da deren Zusatzfunktion recht schnell veralten."

Das Anti-Botnetz-Beratungszentrum des Eco hat fünf Regeln aufgestellt, wie User Ihren Computer optimal vor Schadsoftware schützen können.

1. Computer sollten regelmäßig auf Befall untersucht werden. Zum Beispiel mit dem EU-Cleaner. Werden Schädlinge gefunden, können diese direkt gelöscht werden.

2. Es sollten immer aktuelle Service Packs und Sicherheitsupdates für Ihr System aktiviert und das System so eingestellt sein, dass Updates automatisch erfolgen. Microsoft-Anleitung: Computer schützen.

3. Internetbrowser und die darin eingebundenen Plugins sollten etwa alle zwei Wochen überprüft werden. Zum Beispiel mit einem Browser- und Plugincheck.

4. Der installierte Virenscanner muss ständig aktuell gehalten werden.

5. Es sollte unbedingt eine Firewall im Einsatz sein.

Die nächste Gefahr ist bereits im Umlauf: Verbraucherschützer warnten vor gefälschten E-Mails mit der Betreffzeile "Ihre Rechnung", die angeblich von der Deutschen Telekom oder Vodafone stammen.

Diese Mails "überschwemmen derzeit die E-Mail-Konten der Verbraucher", teilte die Verbraucherzentrale Sachsen mit. Es handle sich um sogenannte Phishing-Mails, die Nutzerdaten wie Passwörter ausspähen. Empfänger solcher Mails sollten auf keinen Fall die Dateianhänge öffnen oder enthaltene Links anklicken.

Hier geht es zur Infostrecke: Sichere Passwörter - unsichere Passwörter

(csr)
Mehr von RP ONLINE