Facebook aktiviert neuen Dienst: So lässt sich die Gesichtserkennung ausschalten

Facebook aktiviert neuen Dienst : So lässt sich die Gesichtserkennung ausschalten

Berlin (RPO). Viele Facebook-Nutzer könnten in diesen Tagen überrascht sein, wie oft sie plötzlich in Bildern ihrer Freunde beim Online-Netzwerk markiert werden. Das liegt daran, dass die automatische Gesichtserkennung bei Facebook inzwischen auch in Deutschland freigeschaltet wurde.

Wenn ein Nutzer ein Foto bei Facebook hochlädt, prüft die Software, ob sie in den Bildern Gesichter seiner Freunde findet - und schlägt ihm dann vor, sie dort zu markieren.

Das Bild wird dann mit einem sogenannten Namens-Tag versehen, mit dem es sich später leichter wiederfinden oder zuordnen lässt. Die Funktion lässt sich aber ausschalten.

Sie ist standardmäßig eingeschaltet. Wer nicht will, dass sein Name den Freunden ständig zum Markieren vorgeschlagen wird, muss die Gesichtserkennung abschalten.

Dafür ruft man über den Punkt "Konto" in der rechten oberen Ecke die Privatsphäre-Einstellungen auf. Etwas tiefer auf der Seite findet sich der Link "Benutzerdefinierte Einstellungen".

In der Rubrik "Dinge, die andere Personen teilen", steht dort der Punkt "Freunden Fotos von mir vorschlagen". Drückt man auf die Schaltfläche "Einstellungen bearbeiten", kann man die Funktion sperren.

Bereits vergebene Namens-Tags können nachträglich gelöscht werden. Dafür ruft man das Bild auf und sieht dann neben seinem Namen die Option "Markierung entfernen".

Kritik von Datenschützern

Die Freischaltung hat Datenschützer auf den Plan gerufen. Nachdem das weltgrößte soziale Netz stillschweigend eine Funktion zur Identifizierung von Personen auf Fotos auf fast alle Länder ausweitete, äußerten Experten Datenschutzbedenken.

"Wieder einmal scheint es, dass Facebook die Online-Privatsphäre seiner Nutzer heimlich untergraben hat", schrieb Analyst Graham Cluley im Unternehmensblog der Sicherheitsfirma Sophos am Mittwoch.

Marc Rotenberg, Präsident der gemeinnützigen Interessengruppe Electronic Privacy, kritisierte, dass Facebook-Mitglieder nicht die Möglichkeit hätten, selbst zu entscheiden, ob sie den neuen Service nutzen wollten oder nicht. Die Gesichtserkennung werde stattdessen automatisch aktiviert.

Facebook, mit mehr als 500 Millionen Nutzern weltweit, hatte die Gesichtserkennung im Dezember in den USA eingeführt. Am Dienstag erklärte der von Marc Zuckerberg gegründete Konzern, diesen Service auf die "meisten Länder" ausgeweitet zu haben.

Laut Facebook erfolgt die Identifizierung von Personen nur bei neu hochgeladenen Fotos. Google und Apple bieten mit Picasa beziehungsweise iPhoto die Gesichtserkennung bereits an. Bei iPhoto können Nutzer allerdings vorab entscheiden, ob sie diesen Service nutzen wollen oder nicht.

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(dpa-tmn/RTR)