Bunter, böser, breiter So basteln Sie im Netz Ihr Traumauto

Düsseldorf (RPO). Glänzende Felgen, luxuriöse Innenausstattung und natürlich viel Dampf unter der Motorhaube. Davon träumen viele Männer. Es hapert halt oft an dem Kleingeld. Im Internet gibt es zum Glück Anhilfe.

Autoträume am PC erstellt
10 Bilder

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Mit Grafikprogrammen wie Adobe Photoshop designen Autofans ihre eigenen Traumautos — virtuelles Autotuning ist das Zauberwort. Die Autos existieren nur als Bits und Pixel. Aber besser als nichts. Und immer mehr machen mit. Das Zauberwort: Photo-Chopping (englisch: für zerhacken).

Entsprechende Foren im Internet erfreuen sich großer Beliebtheit und zählen an die tausend Mitglieder. Mittlerweile hat auch die Autoindustrie ein Auge auf die Freizeitdesigner geworfen und fördert diese mit zahlreichen Wettbewerben.

Die autovernarrten User machen den studierten Designern die Hölle heiß: Christer Stormark ist der Star der Szene. Der junge Norweger begann mit dem "Autoschnibbeln" vor acht Jahren und hat es tatsächlich geschafft. Der 25-jährige hat sein Hobby als Karriere-Sprungbrett genutzt.

Er arbeitet als freier Designer für Automagazine und ist nun nach England ausgewandert, um dort in einer Firma Autos für Computerspiele zu gestalten. Für ein Magazin enthüllte er 2004 den Honda Civic lange bevor er erschien. Für die größte Autotuningshow der Welt, die SEMA in Las Vegas, entwarf er ebenfalls Autos — sie wurden tatsächlich gebaut.

"Dabei bin ich eigentlich ausgebildeter Schreiner", lacht Christer, "aber ich liebe es Autos zu gestalten. Es ist eine Sucht, die dich nicht mehr loslässt". Er ist Mitglied des größten Forums für virtuelles Autotuning, das englisch-sprachige "Digimods".

Das Schnibbeln macht süchtig! "Viele haben sich aus dem Forum verabschiedet und gesagt sie hören auf — doch sie kamen alle zurück", weiß Christer. "Die Leute sind nett und bringen dir alles bei. Keiner wird zum Profi über Nacht."

Das deutsche Pendant zu "Digimods" ist Kult21. Im Mittelpunkt steht in den Foren natürlich der Spaß — nicht die Konkurrenz zu den ausgebildeten Designern. Die Pixelautos können so unvernünftig sein, wie ihr Schöpfer es nur will.

Ein Mischung aus Mini und Panzer, ein fliegender Toyota und eine zerkratzte, Feuer speiende, PS-Schleuder? Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Aber auch realistischere Ideen gibt es zu sehen.

Wer wird wohl den Sprung in die Realität schaffen? Der Maybach-Lkw oder der Kleinwagen von Porsche?

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