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Mitten in Second Life (5): Sandkasten: Das Spieleparadies für Avatare

Mitten in Second Life (5) : Sandkasten: Das Spieleparadies für Avatare

Düsseldorf (RPO). Second Life ist nicht nur das Eldorado für Leute, die früher gerne mit Puppen gespielt haben und jetzt begeistert ihren Avatar einkleiden. Nein, auch für die Bauklotz- und Legofraktion hat das virtuelle zweite Leben sehr viel zu bieten. Doch Objekte erschaffen und Häuser bauen ist in den meisten Gegenden verboten – verständlich, denn wer will schon, dass irgendwelche Fremden auf dem eigenen Grundstück abstruse Dinge basteln und einfach stehen lassen. Für Leute wie mich – noch ziemlich neu in Second Life und fast mittellos – gibt es aber trotzdem eine Möglichkeit, schöpferisch tätig zu werden: Sandkästen.

Düsseldorf (RPO). Second Life ist nicht nur das Eldorado für Leute, die früher gerne mit Puppen gespielt haben und jetzt begeistert ihren Avatar einkleiden. Nein, auch für die Bauklotz- und Legofraktion hat das virtuelle zweite Leben sehr viel zu bieten. Doch Objekte erschaffen und Häuser bauen ist in den meisten Gegenden verboten — verständlich, denn wer will schon, dass irgendwelche Fremden auf dem eigenen Grundstück abstruse Dinge basteln und einfach stehen lassen. Für Leute wie mich — noch ziemlich neu in Second Life und fast mittellos — gibt es aber trotzdem eine Möglichkeit, schöpferisch tätig zu werden: Sandkästen.

Dabei handelt es sich nicht um eine große Kisten voller Sand, in der Avatare mit Schippe, Eimer und Förmchen hocken und Sandburgen bauen. Nein, es sind Grundstücke, die jemand zur Verfügung gestellt hat, damit sich auch Landlose nach Herzenslust mit Bauklötzen austoben können. Und das mit den Bauklötzen ist ernst gemeint — auch wenn sie in Second Life natürlich nicht so heißen. Alles, was in Second Life gebaut wird, besteht nämlich aus Grundformen, sogenannte "Prims", die man kombinieren und in alle möglichen Richtungen, Farben und Dimensionen variieren kann.

Hört sich alles gut und total einfach an. Ist es aber nicht, zumindest für mich. Denn ich bin unerfahren, was virtuelles 3-D-Bauen angeht. Ich habe früher allerdings tagelang mit Lego gebaut und es geliebt, in Sandkästen zu wühlen. Und deswegen habe mich sehr darauf gefreut, meiner Bau-Fantasie in Second Life freien Lauf zu lassen. Also habe ich mir auf der Karte den nächsten virtuellen Sandkasten gesucht und mich dorthin teleportiert.

Meine erste Schöpfung

Nach der Landung einmal kurz umgeschaut — alle sechs Stunden wird hier aufgeräumt, werde ich informiert — und losgelegt: Ich klicke auf "Create". Und fühle mich auch wie der Schöpfer, der jetzt die Qual der Wahl hat. Welche Form soll meine erste Schöpfung haben? Quader? Zylinder? Prisma? Kugel? Torus? Röhre? Ring? Ich nehme einfach die Erste, klicke und vor mir liegt ein Würfel in Kiefer-Furnier-Optik, der aussieht, als wäre er ein Versuchsobjekt aus einem Ikea-Regal.

Diese Voreinstellung ist natürlich ziemlich langweilig und ich bin ja hier zum Ausprobieren. Deswegen suche ich mir in dem "Bauen"-Fenster eine andere Farbe für meinen frischgeborenen Würfel. Rot ist gut. Und jetzt noch eine andere Oberfläche, dieses Kieferfurnier ist doch ziemlich hässlich. Dazu klicke ich auf "Texture" und mir fällt ein: Mist, ich habe ja gar keine anderen Oberflächen. Woher auch? Schließlich habe ich bisher kein Geld in Second Life ausgegeben und beim Gratis-Einkaufen nur Klamotten mitgenommen. Trotzdem suche ich in meiner Inventar-Liste und werde fündig. Denn ich hatte ganz vergessen, dass ich mich beim Gratis-Shoppen einmal vertan hatte und statt der Kleidungs-Kiste auf die "Texture"-Kiste geklickt hatte und dann um 35 Oberflächen reicher war, die von da an in meiner Inventar-Liste schlummerten.

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Von Kieferoptik zu Teppich-Look

Ich wähle "Indian" und mein kleines Würfelchen verändert sich in Windeseile von einer Kieferfurnier-Kiste zu einer Kiste im Teppich-Look. Nicht schlecht. Ich spiele noch ein bisschen mit meiner ersten Schöpfung herum, verändere die Farbe, die Größe, lasse es in der Luft schweben. Und versuche mich an etwas Anderem: ein Prisma, das ich drei Meter in die Höhe ziehen. Dann pappe ich noch eine Kugel und einen Zylinder daran und habe meine erste selbst zusammen gezimmerte Figur. So langsam macht es Spaß und diese drei Objekte sind für die nächsten zwei Stunden meine Opfer. Ich klicke auf alles, was sich in meinem "Bauen"-Fenster so anbietet, verändere die Beschaffenheit, die Proportionen, die Drehung und und und... Toll! Und ziemlich aufwändig, gerade für unerfahrene 3-D-Baulehrlinge wie mich. So ein Haus zu erschaffen, dauert dann sicher ewig - ganz wie im richtigen Leben.

PS: Heute Morgen hatte ich übrigens eine Email aus dem Sandkasten in meinem Postfach. Meine drei Geschöpfe leben noch! Sie wurden bei der automatischen Aufräumaktion, die dort alle sechs Stunden passiert, nicht etwa gelöscht, sondern vom Besitzer des Sandkastens in meine Inventar-Liste verschoben. Danke!

Wie es in meinen zweiten Leben weitergeht, erfahren Sie in Kürze.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Second Life: Austoben im Sandkasten