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Düsseldorfer Studenten drehen Persiflage: Riesen-Rummel um "Matrix XP"

Düsseldorfer Studenten drehen Persiflage : Riesen-Rummel um "Matrix XP"

Düsseldorf (RP). Düsseldorf ist nur eine Simulation. Die Stadt gibt's gar nicht, sie ist Teil der weltweiten "Matrix", die fiese Maschinen erbaut haben, um die Menschheit zu unterjochen. Nur ein paar Wissende kämpfen noch dagegen an...

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p class="text">Fans des Kino-Klassikers Matrix werden sofort verstehen, worum es bei "Matrix XP" geht. Die Werstener Brüder Axel und Henning Ricke haben die Handlung des Streifens mal kurz an den Rhein gelegt und eine vor Effekten und Gags strotzende, vier Minuten lange Matrix-Persiflage gedreht.

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p class="text">Im Internet hat der Kurzfilm einen gigantischen Erfolg und wird gerade selbst zum Kult. Mehrere Millionen User haben ihn schon heruntergeladen. Die Ricke-Brüder - Axel hat gerade sein Studium der Amerikanischen Geschichte abgeschlossen, Henning studiert an der Kunsthochschule für Medien in Köln - dürfen allerdings mit der Arbeit keinen Cent verdienen. "Matrix" steht nämlich unter Markenschutz.

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p class="text">Monatelange Tüftelei

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p class="text">Es hatte eigentlich nur ein spaßiges Studenten-Filmchen einiger Matrix-Fans werden sollen. Acht Tage lang filmten sie mit 19 Mitstreitern im herbstlichen Düsseldorf. Die meisten Kameras liehen sie sich beim Videoprojekt Clipper. Drehorte waren Reisholzer- und Medienhafen, Kaufhof-Parkdeck und der Schumann-Saal.

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p class="text">Monatelang ließen die jungen Filmemacher anschließend die Computer heißlaufen und tüftelten endlos herum, bis der Streifen mitsamt eigens komponierter Musik fertig war. Zum Kinostart von Matrix-Reloaded stellten sie den Film ins Netz.

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p class="text">Es folgte ein Lawinen-Effekt. Blitzartig sprach sich die Existenz des witzigen Trailers unter Matrix-Fans herum - weltweit. 300.000 Besucher kamen in den ersten 30 Tagen auf die Homepage. Diverse Internetseiten hievten die acht bis 30 Megabyte großen Dateien auf ihre Server.

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p class="text">"Low Budget" mit Massenwirkung

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p class="text">"Wir schätzen, dass inzwischen etwa neun Millionen Menschen den Film gesehen haben", sagt Produzent Marc Meester. Und täglich werden es mehr. Die jüngste Anfrage kam aus Teheran. Wegen der gigantischen Nachfrage kam bald eine fette Nachforderung vom Internet-Provider: 3000 Euro waren fällig. Der Film selbst kostete rund 2000 Euro. "Low Budget" mit Massenwirkung.

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p class="text">In ihre Matrix bauten die Ricke-Brüder haufenweise Gags ein, die sie im Kultfilm vermissten. Der knallharte Morpheus (David Jürgensen) holt sich beim Kampf mit dem Matrix-Agenten (Christian Heuser) eine blutige Nase und läuft als Running Gag jammernd durch den Schumann-Saal.

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p class="text">Trinity (Mareike Götzinger) - im normalen Leben Sportstudentin - gibt im Kampf gegen die Bösen akrobatische Einlagen, bis ihr Moped streikt. Und Neo (Henning Ricke) weicht zwar den Kugeln aus, wird dann aber von einer in Zeitlupe anfliegenden Torte erwischt.

Der Trubel um den Film drang bis zu den Matrix-Erfindern Larry und Andy Wachowski in die USA. Die Brüder sollen sich die Persiflage auch angesehen haben. Eine Reaktion ist nicht bekannt. Aber vielleicht erinnern sie sich ja an die Düsseldorfer, wenn es um einen weiteren Matrix Teil geht...