Razzia bei kinox.to-Betreibern — Festnahmen in Dormagen und Düsseldorf

Festnahmen in Düsseldorf und Dormagen : Razzia bei kinox.to-Betreibern — Was Nutzer nun beachten sollten

Mit einer Razzia sind Ermittler der Generalstaatsanwaltschaft Dresden gegen die Betreiber des Onlineportals kinox.to vorgegangen. In Düsseldorf und im Raum Neuss gab es laut Staatsanwaltschaft zwei Festnahmen, Letztere erfolgte nach Informationen unserer Redaktion in Dormagen.

Nach den Festnahmen und Razzien fragen sich viele Besucher von kinox.to und anderen Internetseiten mit Streaming-Angeboten im Internet, was beim Streaming erlaubt ist und was nicht. Zwar ist das Streaming immer noch eine Grauzone, was die Rechtsprechung angeht, doch gibt es vor allem vier Punkte, die laut Rechtsanwalt Timm Leisenberg von der Münchner Wirtschaftskanzlei LoschelderLeisenberg Rechtsanwälte jetzt schon eindeutig sind:

Staatsanwaltschaft bestätigt Festnahmen

"Es gab zwei Festnahmen", bestätigte Generalstaatsanwalt Wolfgang Klein einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Zwei Haftbefehle gegen mutmaßliche führende Köpfe hinter dem Online-Angebot habe es im Raum Neuss und in Düsseldorf gegeben. Nach Informationen unserer Zeitung erfolgte ein Zugriff in Dormagen. Bei dem Festgenommenen soll es sich um einen IT-Experten handeln. Die Polizei in Düsseldorf und im Rhein-Kreis Neuss war an der Aktion nicht beteiligt.

Die Seite kinox.to indexiert teilweise auf raubkopierte Medieninhalte wie aktuelle Kinofilme. Die Betreiber des Portals wehren sich gegen die Vorwürfe: Kinox.to stelle "keine direkten Links zu dem jeweiligen Stream" zur Verfügung, heißt es auf der Internetseite. An die Nutzer appellieren sie: "Lasst euch nicht vorschreiben, welche Seiten ihr besuchen dürft und welche nicht." Kinox.to ist dem geschlossenen Portal kino.to nachempfunden. Dem "Spiegel" zufolge sind die Verdächtigen mit den verurteilten kino.to-Betreibern bekannt. Die Seite rangiere unter den Top 50 der von Deutschland aus besuchten Web-Angebote. Sie ist weiter erreichbar.

Klein zufolge gibt es vier Hauptbeschuldigte. Neben den zwei Verhafteten aus Nordrhein-Westfalen werde nach zwei Brüdern im Alter von 25 und 21 Jahren aus Lübeck europaweit gefahndet. Die Männer seien offensichtlich schon seit längerem aus Deutschland verschwunden, sagte Klein. Die Razzia der sächsischen Beamten habe am vergangenen Mittwoch stattgefunden.

Neben gewerbsmäßigen Urheberrechtsverletzungen und Steuerhinterziehung von mindestens 1,3 Millionen Euro kämen räuberische Erpressung und Brandstiftung hinzu, sagte Klein. Die Beschuldigten hätten "massiv versucht", Konkurrenz aus dem Internetmarkt zu vertreiben. "Man hat da alle Mittel genutzt und auch versucht, mit Drohungen zu arbeiten." Habe das keinen Erfolg gebracht, sei "auch schon mal ein Auto in Flammen aufgegangen". Bei einem Berliner Zahlungsdienstleister seien "Abschöpfungen zur Sicherstellung der Steuerschuld" durchgeführt worden. Auslöser der Razzia war eine Anzeige der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen.

(leb/nau/dpa)