Ratgeber: So können Facebook-Nutzer ihre Daten schützen

Ratgeber: So können Facebook-Nutzer ihre Daten schützen

Facebook hat das Image einer Datenkrake. Welche Informationen über die Nutzer genau abgegriffen werden und wo sie schlussendlich landen, wissen die Wenigsten. Der aktuelle Skandal um das soziale Netzwerk ist ein guter Anlass, sich damit auseinanderzusetzen und auch zu handeln.

Dass in einem sozialen Netzwerk Daten der Nutzer gesammelt und auch geteilt werden, liegt in der Natur der Sache. Ohne würde es nicht funktionieren. Jedoch versuchen Facebook & Co. so viel über die Nutzer in Erfahrung zu bringen, wie möglich - das ist meistens mehr als nötig.

Immerhin können Nutzer bei Facebook Einfluss darauf nehmen, in welchem Umfang Daten gesammelt werden. Viele wissen nur nicht, wie das funktioniert. Hier ein paar Tipps und Tricks.

Dazu reicht ein Blick ins Archiv, zu finden in den Kontoeinstellungen unter dem Punkt "Lade eine Kopie deiner Facebook-Daten herunter". Darüber kann ein Downloadlink erzeugt werden, der einem per Mail an die hinterlegte Adresse zugeschickt wird.

In dem heruntergeladenen Archiv finden sich dann unter anderem alle gegenüber Facebook gemachten Angaben, aber auch alle Chats mit Freunden und Bekannten, Veranstaltungen und Vorlieben. Auch die zu Werbezwecken gesammelten Interessen sind aufgelistet.

Beim jüngsten Facebook-Skandal hat die Firma Cambridge Analytica Datensätze von über 50 Millionen Nutzern über eine Umfrage-App eingesammelt. Irgendwann einmal haben die Umfrage-Teilnehmer der App den Zugriff auf ihre Daten und auch die ihrer Kontakte erlaubt.

Welchen Apps man im Lauf der Zeit Zugriff auf welche Daten erlaubt hat, erfährt man auf dieser Seite. Die Liste sollte man kritisch überprüfen und im Zweifel lieber einer App zu viel als zu wenig den Zugriff entziehen. Auf der Seite kann auch die gesamte App-Plattform deaktiviert werden.

Was vielen Nutzern nicht klar ist: Man muss selbst keine Apps bei Facebook nutzen, um über diese Anwendungen seine persönlichen Daten an Dritte weiterzugeben. Es reicht schon, wenn ein Facebook-Freund an einer harmlos wirkenden Umfrage wie "Welcher Schlumpf bist du?" oder "Was ist deine Lieblingsfarbe?" teilnimmt. Denn bei der Nutzung dieser Apps erhalten deren Ersteller weitreichenden Zugriff auf das eigene Profil und teils auch auf die Freundesliste und Profilinformationen von Freunden.

Das kann auf der oben verlinkten Seite unter "Von anderen Personen verwendete Apps" eingesehen und deaktiviert werden. Hier sollten am besten alle Haken entfernt werden.

  • Fragen und Antworten : Was Sie zum Facebook-Skandal wissen sollten

In der Facebook-App findet man die Punkte unter "Einstellungen" >>> "Kontoeinstellungen" >>> "Apps".

Interessant für Facebook ist natürlich auch, wo sich die Nutzer aufhalten. Dazu nutzt die App die vom Smartphone gelieferten Standortdaten. Wer das nicht möchte, sollte die Funktion abschalten.

Auf iPhones kann das unter "Einstellungen" >>> "Facebook" gemacht werden. Dort kann man der App die Rechte komplett entziehen ("Nie") oder die Ortung nur bei Nutzung der App erlauben ("Beim Verwenden der App"). Auf Android-Geräten kann die Ortung unter "Einstellungen" >>> "Apps & Benachrichtigungen" >>> "Facebook" >>> "Berechtigungen" ausgeschaltet werden.

Beim Einrichten des Facebook-Kontos und im Laufe der Nutzung hat man dem Netzwerk eine Menge persönliche Dinge verraten: Geburtsort und -datum, Schulen, Arbeitsplätze, Telefonnummern, Mailadressen, Wohnort, Beziehungen. Die Liste sollte man überprüfen und bei Bedarf Einträge löschen. Die verschwinden dann zwar nicht komplett von den Servern des Unternehmens, aber Infos, die nicht mehr direkt im Profil verzeichnet sind, können immerhin nicht mehr an Drittanbieter-Apps weitergegeben werden.

In den Facebook-Einstellungen kann unter "Privatsphäre" festgelegt werden, wer künftige Beiträge sehen darf, wer die Freundesliste einsehen kann oder auch wer Kontakt zu einem aufnehmen darf. Dort kann auch verhindert werden, dass Suchmaschinen außerhalb von Facebook das eigene Profil auflisten.

Wer es mal eine Zeit lang ohne Facebook versuchen möchte, kann in den Einstellungen unter "Konto verwalten" das Konto deaktivieren. Achtung: Dabei wird das Konto nicht gelöscht, sondern nur stillgelegt. Alle Daten, Beiträge und Chats bleiben auf den Facebook-Servern erhalten. Wer sich nach der Deaktivierung wieder anmeldet, kann Facebook wie gewohnt weiter nutzen. Diese Option ist also eher für eine selbst verordnete Auszeit nützlich.

Wer Facebook komplett "Auf Nimmerwiedersehen" sagen möchte, muss einen kleinen Umweg beschreiten. Dazu im Browser auf das Fragezeichen-Symbol in der FB-Benachrichtigungsleiste klicken und "Konto löschen" in das Suchfeld eintippen. In der automatisch erscheinenden Liste auf den erste Treffer und darin auf "teile es uns mit" klicken.

Wer diesem Dialog weiter folgt, beantragt bei Facebook die dauerhafte Löschung des Kontos ohne Möglichkeit der Wiederherstellung. Bis alle Daten gelöscht sind, können laut Facebook bis zu 90 Tage vergehen. Einige Daten bleiben auch weiterhin erhalten, etwa Chatnachrichten.

(csr)