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"Prince of Pegida" — das Spiel "für die ganze Wutbürger-Familie"

Video-Satire : "Prince of Pegida" — das Spiel "für die ganze Wutbürger-Familie"

Das Jump-and-Run-Spiel "Prince of Persia" ist ein Klassiker. Das hat sich ein Student aus Dresden zunutze gemacht, um seine ganz eigene Version des Spiels zu kreiieren. Es heißt "Prince of Pegida" und ist eine Satire auf die Anti-Islam-Bewegung, die seit Wochen mit ihren Demonstrationen insbesondere in Dresden Schlagzeilen macht.

Mit dem "Schwert der Ahnungslosigkeit" kämpft ein blonder Jüngling gegen die "Muselmänner", gegen die Lügenpresse, für die Befreiung der zur Moschee umfunktionierten Frauenkirche und gegen die Islamisierung Dresdens. Für 8,88 DM ist das Spiel "Prince of Pegida" zu haben, heißt es in dem Trailer — am Kiosk, an Bushaltestellen und in der Stammkneipe.

Natürlich gibt es das Spiel nicht wirklich, aber ein satirisches Video, das als Trailer daherkommt. Die Idee dazu hatte der Youtuber und Blogger Franz Jänich aus Sachsen, der sein "Spiel" in feinstem Sächsisch anpreist. "Ein Spiel für die ganze Wutbürger-Familie", schreibt er zudem auf seiner Facebook-Seite dazu. Und "Prince of Pegida" wird angepriesen als "das neueste Spiel aus dem Hause 'NS-Games'".

"Ich übertreibe gern. Mir gefällt Satire einfach", sagte Jänich über sein Satire-Video im Gespräch mit jetzt.de, dem Jugendmagazin der "Süddeutschen Zeitung". Die Demonstrationen der "Pegida"-Anhänger in Dresden halte er für besorgniserregend. Er finde, "man muss über Pegida reden und diskutieren". Viele Floskeln und Sprüche, die er in dem Video nutze, habe er aus dem realen Leben oder aus den Nachrichten über die Demonstrationen. So endet der Clip denn auch mit den Worten "Das muss man doch wohl mal sagen dürfen".

Er habe viel positives Feedback bekommen, sagt der Youtuber. Das Video selbst hat inzwischen schon mehr als 100.000 Klicks gesammelt. Und in den Kommentaren gibt es jede Menge Lob. "Eine der gelungensten Satiren, die ich seit Monaten gesehen habe", schreibt etwa ein User. "Einfach nur geil", "habe mich kaputtgelacht", "ganz komisch", "großes Kino" lauten andere Kommentare.

Dass nicht jeder seinen Humor teile, sei ihm dabei durchaus klar, so Jänich zu jetzt.de. Aber: "Wenn ich mit meinem Video einen Austausch fördere, dann habe ich mein Ziel erreicht."

(das)