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Nach Attacke auf Demonstranten: "Pfefferspray"-Polizist im Netz verspottet

Nach Attacke auf Demonstranten : "Pfefferspray"-Polizist im Netz verspottet

Es ist das Thema in den amerikanischen Medien und im Internet. Ein US-Polizist sprüht Pfefferspray auf friedliche Demonstranten. Das Video wurde schon fast zwei Millionen Mal angeklickt, es hagelte heftige Kritik. Nun rächen sich die Internetnutzer auf ihre ganz eigene Art an dem kalifornischen Beamten - mit einem kreativen Protest.

In dem Video, dass sich in Windeseile im Netz verbreitet, ist die Aktion an der University of California deutlich zu sehen. Ein Dutzend Studenten sitzt auf dem Boden des Geländes, ihre Sitzblockade ist friedlich. Dann kommt ein Polizist in voller Montur auf sie zu, zückt gemächlich eine Dose Pfefferspray. Und während er die Reihe der Protestierenden entlang schreitet, sprüht er munter drauf los.

Wie der britische "Guardian" schreibt, hatten die Studenten im Rahmen der Occupy-Bewegung Zelte auf dem Gelände der Universität aufgestellt. Aber sie hätten nicht gefragt, ob sie über Nacht bleiben dürften. Daraufhin sei ihnen gesagt worden, dass sie dort nicht über das Wochenende bleiben könnten. Als die Studenten das Feld nicht räumen wollten, rückten am vergangenen Freitag die Polizisten an.

Der Polizist, dessen Attacke sich nun im Internet verbreitet, wurde als John Pike identifiziert und soll nach mehreren Medienberichten nun beurlaubt worden sein. Auch die Direktorin der Universität hat sich bereits bei den Studenten entschuldigt. Doch der Unmut über die Aktion ist so groß, dass sich daraus eine ganz eigene Protestbewegung entwickelt hat.

Der andere "Seargent Pepper"

Dutzende Seiten im Internet verbreiten derzeit das Bild von John Pike. Ob "Occupy The Game", Facebook oder "Know Your Meme" - sie alle (und noch mehr) zeigen es. Allerdings nicht das Original aus der Universität, sondern in ganz anderen Zusammenhängen - auf Bildnissen der jüngeren und älteren Zeitgeschichte. Ein wenig am Rechner gebastelt, und schon sprüht der Mann allen erdenklichen Personen das Pfefferspray ins Gesicht.

So wird John Pike in klassische Bildnisse etwa von der Ankunft in Amerika oder der französischen Revolution hineinmontiert, aber auch Comicfigur Spongebob oder die Figuren aus "Der Zauberer von Oz" bekommen eine Ladung Pfefferspray ab. Selbst vor Platten-Covern machen die Kreativen im Netz nicht halt. Besonders beliebt: das Beatles-Album Seargent Pepper.

Und die Aktion macht nicht bei den Photoshop-Bildnissen halt. Wie die "New York Times" schreibt, gibt es im Internet bereits einige Produkte zu kaufen, die sich mit der Pfefferspray-Attacke befassen.

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Anonymous veröffentlicht Video

Karen North von der USC Annenberg School, einer Schule für Kommunikation und Journalismus, erklärte gegenüber dem amerikanischen Sender ABC: "Es ist etwas passiert, das nicht lustig ist. Aber jemand hat einen lustigen Ansatz über diese Aktion gefunden und jeder freut sich, dass das schlechte Benehmen nun verspottet wird." Diese Art von Satire führe dazu, dass die Aufmerksamkeit bei der Sache bleibt, die auf dem Campus geschehen ist.

Und diese Aufmerksamkeit scheint ungebrochen zu sein. Die Hackergruppe Anonymous hat sich ebenfalls bereits mit dem sprühenden Polizisten beschäftigt. Die Gruppe verbreitete das Video der Attacke im Internet und will damit eine Nachricht an den Beamten absenden. Darin wird der Polizist mit den Worten "Erwarte unseren Zorn" angesprochen. Und als erster Kommentar wurde darunter die vollständige Adresse, die Telefonnummern und der Skype-Name des Polizisten genannt.

(das)