1. Digital
  2. Internet

Facebook-Seite der rechtsextremen Partei: Online-Aufruf gegen NPD startet erneut

Facebook-Seite der rechtsextremen Partei : Online-Aufruf gegen NPD startet erneut

Die Freude währte nur kurz. Nach einem Online-Aufruf zum Löschen der NPD-Seite bei Facebook verschwand diese nur kurz aus dem sozialen Netzwerk. Doch beendet ist die Aktion damit noch lange nicht – im Gegenteil.

Die Freude währte nur kurz. Nach einem Online-Aufruf zum Löschen der NPD-Seite bei Facebook verschwand diese nur kurz aus dem sozialen Netzwerk. Doch beendet ist die Aktion damit noch lange nicht — im Gegenteil.

"Ich finde die Seite nicht mehr", "Kann es sein, dass die Seite down ist?" oder auch "Hurra, wir haben die NPD gelöscht" — solche Reaktionen waren vor wenigen Tagen von Facebook-Nutzern zu lesen. Der Grund: Innerhalb kurzer Zeit hatte sich auf den Pinnwänden des sozialen Netzwerkes oder auch bei Twitter ein Online-Aufruf verbreitet, dafür zu sorgen, dass die Seite gelöscht wird. Und kurz darauf war die NPD-Seite tatsächlich offline.

Wie mehrere Medien berichten, hatte die rechtsextreme NPD die Seite aber nach eigenen Angaben selbst offline genommen. Der Betreiber bezeichnete den Online-Flashmob in einem Facebook-Eintrag als eine "virtuelle Platzpatrone". "Wir sind hier und wir bleiben auch hier", hieß es dort.

Doch die Befürworter des Online-Aufrufs geben nicht auf. Derzeit verbreitet sich der Aufruf erneut in dem sozialen Netzwerk und bei Twitter. "Die NPD hat ihre Facebook-Seite wieder online gestellt. Also geht der Spaß von vorne los", heißt es in den Postings. Dazu wird den Nutzern abermals eine Anleitung mitgegeben: Seite melden mit der Begründung "enthält Hassreden" — und hoffen, dass sich Facebook diese einmal genauer anschaut.

Schon 2010 eine Aktionsseite

Eine Unternehmenssprecherin sagte nach dem Start der ersten Aktion gegenüber "Focus Online", dass Facebook die Partei "extrem unter Beobachtung habe". Wie viele Meldungen der Seite damals eingegangen waren, konnte sie dem Portal allerdings nicht sagen.

Die NPD bei Facebook zu vertreiben, diese Idee ist nicht ganz neu. Bereits 2010 entstand in dem sozialen Netzwerk eine Seite mit dem Namen "Kein Facebook für Nazis — NPD Seite löschen". Sie hat schon fast 450.000 Fans, und auch dort wird die neuerliche Aktion verbreitet und darüber diskutiert.

Allerdings befürworten nicht alle die Aktion. Da berufen sich einige auf die Meinungsfreiheit, wobei einige Nutzer sicherlich als Anhänger der rechtsextremen Partei angesehen werden können. Andere wiederum sagen, es wäre besser, über die NPD aufzuklären.

Eines jedenfalls zeichnet sich auf der Facebook-Seite der NPD schon jetzt ab: die meisten Antworten auf Postings der Partei sind keinesfalls von ihren Anhängern. Und auch das wollen viele Internetnutzer erreichen: die Seite einfach zuspammen.

(das)