Neue AGB: YouTube will unwirtschaftliche Kanäle löschen

Aufregung um neue Nutzungsbedingungen : Youtube will „nicht mehr wirtschaftliche“ Nutzerkonten löschen

In den USA sollen ab 10. Dezember neue Nutzungsbedingungen für die Videoplattform gelten. Eine Passage sorgt für Verunsicherung: Viele Youtuber sehen kleinere Kanäle mit wenigen Abonnenten in Gefahr. Wir erklären, was dahinter steckt.

Die Internet-Plattform Youtube passt ihre Nutzungsbedingungen nun auch in den USA an. Ab 10. Dezember sollen dort die Regeln gelten, die in Deutschland bereits seit dem 22. Juli 2019 in den Nutzungsbedingungen verankert sind. In Bezug auf eine bestimmte Passage sorgt das nun für Diskussionen: Filmemacher, die auf Youtube eigene Kanäle pflegen, aber nicht viele Abonnenten haben, fürchten um ihre Nutzerkonten. Die Zukunftssorgen haben einige nicht ohne Grund: Youtube ist für viele Filmemacher die wichtigste Plattform, um ihre Inhalte zu verbreiten – von den Werbeeinnahmen dort mal ganz abgesehen.

Grund für die Sorgen ist ein Abschnitt in den Nutzungsbedingungen, in dem Youtube über Kündigungen aufgrund von „Änderungen des Dienstes“ informiert. Darin heißt es im Wortlaut: „YouTube kann gegebenenfalls Ihren Zugriff oder den Zugriff Ihres Google-Kontos auf den gesamten oder einen Teil des Dienstes kündigen, wenn YouTube berechtigterweise davon ausgeht, dass die Bereitstellung des Dienstes an Sie nicht mehr wirtschaftlich ist.“

In einfachen Worten bedeutet das: Youtube behält sich vor, unwirtschaftliche Nutzerkonten zu löschen. Offiziell hat sich das Unternehmen bisher nicht dazu geäußert, was genau es unter „wirtschaftlich“ versteht. Die Empörung ist groß – vor allem in den USA. Doch auch hierzulande gibt es kritische Stimmen, so hat sich der Youtuber LeFloid etwa bei Twitter gemeldet und – sicherlich mit Ironie – geschrieben: „Na dann verabschiede ich mich schon mal von meinem LeFloid-Kanal...“

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">Na dann verabschiede ich mich schon mal von meinem LeFloid-Kanal... 😅...... <a href="https://twitter.com/hashtag/werbeunfreundlicheinhalte?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#werbeunfreundlicheinhalte</a> 😖 <a href="https://t.co/S6Yg4XDsCT">pic.twitter.com/S6Yg4XDsCT</a></p>&mdash; LeFloid 🤙 (@LeFloid) <a href="https://twitter.com/LeFloid/status/1193798690537902081?ref_src=twsrc%5Etfw">November 11, 2019</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Ob Youtube allerdings rasch Tausende Konten löschen wird, weil sie nicht wirtschaftlich erscheinen, ist fraglich. In Deutschland ist das trotz der aktualisierten Nutzungsbedingungen nicht passiert – vielmehr dürfte es Youtube darum gehen, inaktive Konten zu deaktivieren.

Allerdings – und das ist auch Teil der Wahrheit – fördert das Unternehmen eher Videomacher, die ohnehin schon mit zahlreichen Abonnenten glänzen und mit denen sich folglich durch das Schalten von Werbung im Umfeld ihrer Videos auch für Youtube mehr Geld verdienen lässt. So erhalten besonders erfolgreiche Youtuber, die mehr als 10.000 Abonnenten auf ihrem Kanal vorweisen können, Unterstützung durch professionelle Technik. Das soll ihnen helfen, noch bessere Videos zu produzieren.

Youtube setzt also auf erfolgreiche Filmemacher und fördert diese eher, als kleineren Kanälen beim Start zu helfen. Dazu passt eine Verschärfung der Regeln, die bereits im vergangenen Jahr in Kraft getreten ist: Demnach müssen Nutzer, die mit ihren Videos Geld verdienen möchten, mindestens 1000 Abonnenten haben und stattliche Wiedergabezeiten vorweisen können. Zuvor hatten 10.000 Videoaufrufe seit Start des Kanals gereicht.