Molfsee in Schleswig-Holstein Kleine Gemeinde will Google-Street-View verbieten

Molfsee (RPO). In den USA schon längst etabliert, fotografiert Google inzwischen auch in deutschen Städten alle Straßenzüge für seinen Dienst Google Maps und bringt damit Datenschützer auf die Barrikaden. Doch bislang kann Google munter weiter ganz Deutschland fotografieren. Ganz Deutschland? Nein, die kleine Gemeinde Molfsee bei Kiel will den Google-Autos die Durchfahrt untersagen.

"Wir lassen uns das nicht gefallen! Wir wollen nicht mit unseren Häusern im Internet zu sehen sein", wettert Molfsees CDU-Fraktionschef Reinhold Harwart in den Lübecker Nachrichten. Wie die Zeitung weiter berichtet, will die Lübecker Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm das Thema nun auch in den Bundestag einbringen. Das Ganze sei höchstbedenklich sagte die SPD-Politikerin der Zeitung. Lübecks Innensenator Thorsten Geißler (CDU) befürchtet, die Google-Daten könnten von Kriminellen Missbraucht werden. Der Vorwurf ist nicht völlig aus der Luft gegriffen, können Einbrecher mit Street View doch ganz bequem per Internet schauen, wie wohlhabend die Anwohner sind und wie man am besten aufs Grundstück oder ins Haus kommt.

Weil das Verbieten der Google Autos nicht so einfach ist - das Fotografieren von Straßenzügen ist laut Gesetz erlaubt - haben sich die Molfseer einen Trick einfallen lassen: Google brauche eine Sondergenehmigung, weil das Unternehmen die gewonnen Daten kommerziell nutze. Und den Antrag will man im Rathaus ablehnen. Bleibt die Frage, wie lange es dauern wird, bis Google eine Gemeinde mit knapp 5000 Einwohnern (laut Wikipedia) fotografieren will.

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