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Studie über Datenschutz im Netz: Internetnutzer gehen leichtsinnig mit Daten um

Studie über Datenschutz im Netz : Internetnutzer gehen leichtsinnig mit Daten um

Bonn (RPO). Internetnutzer gehen nach leichtfertig mit ihren persönlichen Daten um. Das geht aus einer Studie des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) hervor. Demnach gab zwar die große Mehrheit der Probanden in einem Verhaltensexperiment an, viel Wert auf Datenschutz zu legen, aber nur eine Minderheit verhielt sich auch dementsprechend.

Bei dem Test konnten 225 Berliner Studenten über eine Internetplattform bei zwei verschiedenen Anbietern eine DVD kaufen. Einer der Anbieter verlangte neben den kaufrelevanten Informationen weitere private Daten wie Geburtsdatum und Einkommen. Die Teilnehmer des Experiments wurden in zwei Gruppen eingeteilt; für die eine Gruppe war der Preis der DVD bei beiden Anbietern gleich, für die andere Gruppe bot der wissbegierige Verkäufer die Ware einen Euro günstiger an.

In der Käufergruppe mit dem Preisunterschied erwarben den Angaben zufolge 90 Prozent die minimal preiswertere DVD und gaben dafür auch wahrheitsgemäß ihre Einkommensverhältnisse an - obwohl sie sich nach dem Kauf unzufrieden über die verlangten Angaben äußerten. Und selbst in der Käufergruppe, die zwischen zwei gleichpreisigen Angeboten wählen konnte, entschied sich immerhin die Hälfte der Teilnehmer für das Angebot des Verkäufers mit dem größeren Datenhunger, obwohl die Online-Plattform einen bequemen Verlgeich der Vertragskonditionen bot. Dabei legten 75 Prozent der Teilnehmer nach eigenem Bekunden eigentlich Wert auf Datenschutz.

Die Studie von Wissenschaftlern aus Berlin und Cambridge zeige, dass es erhebliche Schwächen im Verbraucherverhalten bei Online-Einkäufen gebe, monierte das IZA. Offenbar bestehe nur eine geringe Bereitschaft, die Kaufbedingungen der Anbieter genauer zu vergleichen, selbst wenn diese Bedingungen völlig transparent dargestellt würden. Dabei spiele nicht allein das Preisargument eine Rolle, sondern auch eine offenbar noch stark ausgeprägte Naivität gegenüber dem Datenschutz im Alltag.

(apd/rm)