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Initiative aus NRW: Mehr Medien bringen Hassrede im Netz zur Anzeige

Initiative aus NRW wächst : Mehr Medien bringen Hassrede im Netz zur Anzeige

Medienhäuser, Land und Behörden gehen gemeinsam gegen Hassrede im Netz vor. Die Initiative „Verfolgen statt nur Löschen“ hat seit ihrer Gründung 2017 in NRW zahlreiche neue Partner gewonnen.

Fast 900 Anzeigen und über 550 eingeleitete Ermittlungsverfahren machen deutlich, dass Hassnachrichten im Netz ein ernsthaftes Problem für Redaktionen darstellen. Die Arbeitsgruppe „Verfolgen statt nur Löschen“ zieht eine Zwischenbilanz. Nachdem die Initiative 2017 in NRW als erste ihrer Art gegründet wurde, gibt es heute vergleichbare Angebote in dreizehn Bundesländern. „Auch wenn noch sehr viel zu tun ist, zeigt das Projekt doch eines: Entschiedenes Einschreiten gegen Straftaten im Netz beginnt zu wirken.“, sagt Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW.

Zweck von „Verfolgen statt nur Löschen“ ist, dass Medienaufsicht, Strafverfolgungsbehörden und Medienhäuser koordiniert zusammenarbeiten. Über zwanzig Partner unterstützen inzwischen die Arbeit in NRW und profitieren von den bereits gewonnenen Erkenntnissen. „Wir haben ein besseres Gefühl dafür entwickelt, welche Kommentare wirklich justiziabel sind und zur Anzeige gebracht werden müssen“, sagt Hannah Monderkamp, Leitern Audience Development der Rheinischen Post. Das Medienhaus ist eines der Gründungsmitglieder der Initiative. „Das Programm ist aber auch ein gutes Signal an unsere Nutzer, dass wir Hass im Netz ernst nehmen und etwas dagegen tun“, sagt Monderkamp weiter.

Dreizehn weitere Medienhäuser sind ab sofort ebenfalls Teil des Programms. Unter den neuen Mitgliedern sind unter anderem der Bonner General-Anzeiger, die Westdeutsche Zeitung, der Remscheider General-Anzeiger und das Solinger Tageblatt.

Gegründet wurde die Initiative von der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC NRW), dem Landeskriminalamt NRW, den Medienhäusern Rheinische Post, Mediengruppe RTL Deutschland und Westdeutschem Rundfunk und der Landesanstalt für Medien NRW. Auch das Bundeskriminalamt nutzt inzwischen die Erfahrungen der langjährigen Projektpartner.