Künstliche Intelligenz Informatiker will Seele in Software entdeckt haben – Google reagiert sofort

Düsseldorf · In Science-Fiction-Romanen und Dystopien ist es ein beliebtes Motiv: Programme mit Künstlicher Intelligenz, die plötzlich ein eigenes Bewusstsein entwickeln. Ein leitender Informatiker von Google behauptet nun, dieses Phänomen tatsächlich beobachtet zu haben.

 Der Hauptsitz des Google-Mutterkonzerns Alphabet im Silicon Valley. (Symbol, Archiv)

Der Hauptsitz des Google-Mutterkonzerns Alphabet im Silicon Valley. (Symbol, Archiv)

Foto: dpa/Christoph Dernbach

Ein Software-Spezialist der Konzern-Mutter der Suchmaschine Google, Alphabet, erklärte, ein KI-Programm besitze ein eigenes Bewusstsein und zeige Gefühle. Kurze Zeit später verlor der Mann seinen Job.

Google rechtfertigte die Kündigung des leitenden Informatikers Blake Lemoine mit dem Verstoß gegen Unternehmensrichtlinien und „völlig unbegründeten“ Behauptungen. Lemoine hatte nach monatelangen Tests des durch Künstliche Intelligenz (KI) gesteuerten Chatbots LaMDA (Language Model for Dialogue Applications/Sprach-Muster für angewandten Dialog) erklärt, das Programm sei unabhängig in seinen Antworten und zeige Gefühle. Er verglich LaMDA mit einer Person mit eigenem Bewusstsein.

„Es ist bedauerlich, dass Blake trotz langwieriger Auseinandersetzungen mit diesem Thema weiterhin gegen klare Arbeits- und Datenschutzrichtlinien verstoßen hat, die den Schutz von Produktinformationen beinhalten“, antwortete ein Konzern-Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagenturs Reuters. Google sowie führende Wissenschaftler wiesen Lemoines Ansichten als falsch zurück.

Nach ihren Angaben ist LaMDA sei ein komplexer Algorithmus, der entwickelt wurde, um überzeugend menschliche Sprache zu erzeugen.

(csi/Reuters)