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"Humans of New York": So sind sie, die New Yorker

Blog "Humans of New York" : So sind sie, die New Yorker

In kaum einer Stadt der Welt lebt es sich so anonym wie in New York City. Ein junger Fotograf bringt Menschen auf der Straße dazu, für einen Moment stehen zu bleiben, etwas aus ihrem Leben zu erzählen und sich fotografieren zu lassen. Sein großartiges Blog "Humans of New York" ist manchmal lustig, manchmal philosophisch und oft rührend.

Acht Millionen Menschen leben in New York City. Mehr als 5000 von ihnen hat Brandon Stanton schon fotografiert. Seit 2010 arbeitet der 30-Jährige an seinem Projekt "Humans of New York", und vermutlich könnte er bis zum Achtmillionsten Einwohner weiter machen und hätte jedes Mal einen interessanten oder bewegenden Satz auf seinem Zettel stehen.

Die Menschen, die Brandon Stanton auf New Yorks Straßen trifft, sind erstaunlich offen. Sie erzählen von den traurigsten und den schönsten Momenten in ihrem Leben. Viele berichten von Problemen in ihrer Familie oder bei der Arbeit. Andere erzählen von ihren Zielen - und vom Scheitern. Manche sind verbittert, manche teilen ein noch frisches Glückserlebnis. Fast immer gelingt es Stanton, die Geschichten so pointiert wiederzugeben, dass sie in Kombination mit dem Bild zu einer berührenden Ultrakurzgeschichte werden.

Stanton ist studierter Historiker, hat in Chicago als Aktienhändler gearbeitet und verlor dann seinen Job. Er kam nach New York und hatte die Idee für das Fotoprojekt. "Ich hoffe, dass die Bilder für die Leute ein Weg sind, eine Verbindung zu den Menschen herzustellen, die jeden Tag auf der Straße an ihnen vorbeiströmen", sagte Stanton einem Reporter der Nachrichtenagentur AP.

Anfangs konnte er fast niemanden davon überzeugen, sich für das Blog fotografieren zu lassen. Inzwischen lehnt kaum noch jemand ab. "Humans of New York" ist in der ganzen Stadt bekannt, allein bei Facebook hat er über sechs Millionen Fans.

Sogar ein Buch mit einer Auswahl der Bilder ist schon erschienen.

Hier geht es zur Infostrecke: "Humans of New York": Passanten erzählen aus ihrem Leben

(jco)