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House of Cards: Besser beenden, bevor Serie ihren Reiz verliert

Polit-Serie in USA und auf Sky veröffentlicht : Das erwarte ich von der dritten "House of Cards"-Staffel

Netflix hat heute in den USA die dritte Staffel der preisgekrönten Serie "House of Cards" veröffentlicht. In Deutschland ist die Serie bei Sky Atlantic zu sehen. Achtung: Der Text beinhaltet Spoiler zu den ersten beiden Staffeln!

Ich freue mich riesig, dass ich endlich die dritte Staffel von "House of Cards" sehen kann. Für mich ist es aktuell die beste Polit-Serie der Welt, und ein absolutes Muss für Serien-Fans. Von den ersten beiden Staffeln, die Netflix in den vergangenen beiden Jahren veröffentlicht hat, war ich begeistert — auch wenn ich zugeben muss, dass mir die erste Staffel besser gefallen hat.

In "House of Cards" geht es um Frank Underwood und seine Frau Claire, gespielt von Kevin Spacey und Robin Wright. Ihr Plan seit der ersten Folge: Sie wollen ins Weiße Haus, und zwar als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und als First Lady. Das gelingt ihnen auch in der zweiten Staffel, nachdem sich Frank zum Ende der ersten Staffel bereits zum Vize-Präsidenten hochgearbeitet hat. Das alles gelang dem Kongressabgeordneten der Demokraten, der getrieben ist von einem schier unstillbaren Hunger nach Macht, mit zahlreichen Intrigen. Auch Mord ist für ihn ein probates Mittel, um sein Ziel zu erreichen.

Nun hat er es erreicht — und ich frage mich, wie es jetzt weitergehen soll. Bisher lag der Fokus der jeweils 13 Folgen jeder Staffel stark auf der Innenpolitik, darum kann ich mir nun gut vorstellen, dass Außenpolitik mehr als zuvor das Thema der Serie sein wird. Schließlich ist Frank nun Präsident.

Genau darin sehe ich aber auch eine Gefahr der Serie. In den ersten beiden Staffeln hat sie davon gelebt, dass Frank Underwood unbedingt Präsident werden wollte, und man sich gefragt hat, wie er das wohl schaffen wird. Daran, dass er es schaffen wird, hatte ich keine Zweifel. Geht es nun mehr darum, sich im Amt zu halten und außenpolitische Probleme zu lösen?

Der Reiz von "House of Cards" liegt schließlich genau darin: Der Protagonist hat keine Moral und tut alles, um an die Macht zu kommen — und trotzdem mag man ihn und hofft, dass er Erfolg haben wird. Ich fände es aber auch spannend zu sehen, wenn er tatsächlich mal stolpert. Bisher hat er sich nach oben gearbeitet, aber wie sähe es auf, wenn er Stufe für Stufe wieder runtergehen müsste?

Eher weniger interessiert mich hingegen die Beziehung zwischen Frank und Claire. In einem Trailer wird angedeutet, dass sie Probleme haben. Aber das wundert mich nicht. Schließlich führen die beiden keine Ehe, sondern ein Bündnis. Ich hoffe, dass es nicht dazu kommen wird, dass sich die beiden trennen und wieder zusammenkommen, dass also mehr in den Fokus rückt, wie es den beiden ergeht. Das wäre dann wie in einer Soap. Sollten sie sich trennen, dann bitte für immer.

Allerdings fände ich es spannend, wenn man mal eine ganz neue Seite von Frank kennenlernen würde. Eine, die man bislang noch gar nicht gesehen hat. Wird Frank dann vielleicht sogar als erster homosexueller US-Präsident geoutet? Andeutungen in diese Richtung gab es schon.

Neue Charaktere in der dritten Staffel

Die Spannung liegt für mich im Politischen und den Nebenfiguren. Die hat der Politiker aber im Laufe der Serie alle aus dem Weg geräumt. Dass viele abgesägt worden sind, fand ich schade, darum wünsche ich mir, dass es in der dritten Staffel neue Charaktere gibt, die auf der politischen Bühne mitmischen. In einem Trailer sind schon viele neue Figuren zu sehen, da bin ich gespannt, welche Rolle sie genau innehaben werden.

Doch so sehr ich begeistert von der Serie bin und so sehr ich mich über den Start der dritten Staffel freue, frage ich mich trotzdem, wieviele Staffeln eine Serie braucht. Ich will nicht, dass "House of Cards" irgendwann gegen die Wand fährt, weil man aus kommerziellen Gründen einfach immer weiterdrehen will und sich die Handlung dann im Kreis dreht. Dann würde die Serie so viel verlieren, und man sollte sie besser beenden, bevor sie ihren Reiz komplett verliert.

Weitere Informationen zu "House of Cards" in unserem Dossier.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Spacey und Wright feiern "House of Cards"-Premiere