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Internetpiraten veröffentlichen Botschaft auf Twitter: Hackergruppe Lulz Security löst sich auf

Internetpiraten veröffentlichen Botschaft auf Twitter : Hackergruppe Lulz Security löst sich auf

New York (RPO). Die Hackergruppe Lulz Security hat nach einer Reihe spektakulärer Angriffe auf Webseiten von Unternehmen und dem US-Geheimdienst CIA das Ende ihrer Tätigkeiten bekannt gegeben.

"Wir sind Lulz Security, und dies ist unsere letzte Botschaft", schrieb die Gruppe am Samstag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Ein Londoner Gericht lehnte unterdessen trotz einer Autismus-Diagnose die Haftentlassung eines 19-jährigen Hackers ab.

"Unsere für 50 Tage geplante Kreuzfahrt ist beendet, und wir müssen nun fortsegeln, indessen wir hoffen, Inspiration, Angst, Verweigerung, Glück, Zustimmung, Ablehnung, Spott, Verwirrung, Nachdenklichkeit, Eifersucht, Hass, selbst Liebe zu hinterlassen. Zumindest hoffen wir, irgendwo eine mikroskopische Wirkung auf irgendjemand gehabt zu haben", schrieb die Gruppe von "sechs Mitgliedern".

In den vergangenen 50 Tagen hätten sie Unternehmen, Regierungen und die Bevölkerung selbst "gestört und entblößt, einfach weil wir es konnten", hieß es weiter. Als Motiv nannte die Gruppe "die pure, ununterbrochene, chaotische Erregung von Vergnügen und Anarchie". Sie hofften, dass die Bewegung zu einer Revolution führe, die ohne sie weitergehe. Lulz Security hat stets betont, dass sie handele, um sich zu amüsieren, und keine kriminellen Ziele verfolge.

Attacken auf Sony und Nintendo

Die Hackergruppe hatte in den vergangenen Wochen zahlreiche Onlineangriffe gestartet. Unter den Opfern waren der US-Senat sowie die Unternehmen Sony und Nintendo. Auch die Internetseite des US-Geheimdienstes CIA legten die Hacker für gut zwei Stunden lahm. Zuletzt griffen sie die Webseite der Polizeibehörde von Arizona an und veröffentlichten am Freitag mehr als 700 Dokumente, die sie nach eigenen Angaben bei dem Angriff gestohlen hatten.

Am vergangenen Montag war in London der 19-jähriger Brite Ryan C. unter dem Verdacht festgenommen worden, zu Lulz Security zu gehören. Obwohl die Gruppe dies abstritt, wurde er am Donnerstag in Untersuchungshaft genommen. Nachdem dem Gericht am Samstag eine Diagnose vorgelegt worden war, wonach der junge Mann unter dem Asperger-Syndrom, einer Form des Autismus, leidet, ordnete der Richter Nicholas Evans zunächst seine Freilassung auf Kaution an.

Nach einem Einspruch der Staatsanwaltschaft wurde diese Entscheidung jedoch wieder zurückgenommen. Nach Angaben des Anwalts Ben Cooper ist sein Mandant extrem intelligent, leidet aber unter sogenannter Agoraphobie, einer Angst vor öffentlichen Plätzen, und hat Schwierigkeiten, mit anderen Menschen umzugehen. Die Justiz wirft dem jungen Mann vor, in Computersysteme eingedrungen zu sein, um Internetseiten lahmzulegen.

+++ Die vollständige Erklärung der Gruppe ist im Internet zu finden unter http://pastebin.com/1znEGmHa +++

uvs/

AFP

Hier geht es zur Infostrecke: Chronologie erfolgreicher Hackerangriffe

(AFP/top)