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Download-Läden für Musik: Guter Klang und AGB-Mängel

Download-Läden für Musik : Guter Klang und AGB-Mängel

Berlin (RPO). Der Musikkauf per Mausklick boomt. Immer mehr Titel werden legal übers Internet gekauft. Die Lieblingssongs als Audiodateien in ansprechender Soundqualität herunterzuladen, ist kinderleicht. Doch alle deutschsprachigen Online-Musikshops haben auch ihre Tücken. Sie reichen von Mängeln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) bis zu einem eingeschränkten Angebot jenseits des Mainstreams.

Mehr als 49 Millionen Einzelstücke und fast acht Millionen digitale Alben haben Musikfans hierzulande im vergangenen Jahr gekauft - laut dem Bundesverband Musikindustrie, der die Zahlen erhoben hat, so viele wie noch nie. Deutschland habe weltweit eines der größten Angebote an entsprechenden Portalen, sagt Daniel Knöll vom Verband. "Über 40 deutschsprachige Online-Musikdienste bringen legal Musik an den Konsumenten."

Das Angebot ist in der Tat groß. Doch das Web-Geschäft scheint den Kinderschuhen nach wie vor nicht ganz entwachsen zu sein. Im jüngsten Vergleich von Musikshops durch Stiftung Warentest schnitt jedenfalls keines der Portale "gut" ab. Die Bestnote 2,6, also "befriedigend", ging an Musicload, hinter dem die Telekom steht.

Zahlungsmodalitäten nicht immer kundenfreundlich

Abwertungen gab es bei den anderen Portalen vor allem wegen des Umgangs mit Nutzerdaten und Mängeln in den AGBs: "Gestört haben uns schwer zu findende oder schwammige Informationen über Kaufbedingungen und Lizenzen und unverständliche AGB", sagt Simone Vintz, Projektleiterin bei der Stiftung Warentest. Auch die Zahlungsmodalitäten seien nicht immer kundenfreundlich.

Diese Defizite haben etwa Apples iTunes-Store eine gute Platzierung gekostet - trotz des mit Abstand besten Angebots. "Auch wer Exotisches oder Klassisches sucht, wird es bei iTunes finden", weiß Matthias Rößler vom Technikportal Chip-Online in München. Nicht lange mit der Auswahl des Shops aufhalten muss sich dagegen, wer vor allem aktuelle Titel aus den Charts herunterladen möchte: Die gibt es bei allen Portalen mehr oder weniger lückenlos.

Gute Produktsuche

Nicht überall funktioniert der Zugriff auf die gewünschten Songs wirklich komfortabel - bei Musicload dagegen schon: Der Testsieger punktete insbesondere mit seiner guten Produktsuche. "Bei anderen Portalen muss ich mich erst durch lange Listen klicken, bis ich finde, was ich suche", sagt Vintz.

Pluspunkte sammelten das Angebot der Telekom sowie die Zweit- und Drittplatzierten - die Shops von Media Markt und Saturn - aber auch für die einfachen Zahlungsmöglichkeiten. Bei Ersterem wird über die Telefonrechnung abkassiert, und die beiden Elektromarkt-Ketten bieten in ihren Filialen Guthabenkarten an. Das erspart Käufern, ihre Daten online angeben zu müssen.

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Im Gegensatz dazu ist der Kauf beispielsweise beim Nokia Music Store nur mit Kreditkarte möglich. Daher reichte es beim Test der Stiftung nur für ein "ausreichend". "Bei vielen Anbietern merkt man, dass der Musikshop nur Nebengeschäft ist. Das sieht man auch den Websites an", findet Simone Vintz. Was die Qualität der heruntergeladenen Musik angeht, haben die Experten nichts zu bemängeln. "Alle Portale bieten Musik in Super-Qualität", sagt Rößler. 30-sekündiges Probehören ist ebenfalls überall möglich.

Schnäppchen möglich

Auch in Sachen Preise sticht kein Portal besonders heraus. Im Mittel kostet ein Album rund zehn Euro, einzelne Titel sind für etwa einen Euro zu haben. Wer vergleicht, kann bei Alben aber bis zu drei Euro sparen, zudem gibt es Sonderaktionen. Und in der Regel ein wenig billiger als bei der Konkurrenz sind einzelne Songs beim MP3-Laden von Amazon. "Wer Wert auf einen günstigen Preis legt, kann auch bei Media Markt Schnäppchen machen", rät Matthias Rößler.

Im Hinterkopf haben sollten Käufer nach Worten von Simone Vintz zudem: "Wie oft ich die Musik anhören oder kopieren darf, ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich." Recht kompliziert ist es bei Napster: Die dort heruntergeladenen Songs sind mit einem Digitalen Rechte-Management (DRM) ausgestattet und lassen sich dadurch nicht auf allen Playern abspielen.

"Wer nur ab und zu Songs oder Alben herunterlädt, sollte Anbieter bevorzugen, die nicht allzu viele persönliche Daten haben wollen", rät Vintz. Dazu zählen etwa Musicload, Media Markt und Saturn. Für Fans von Schlager oder auch Jazz hat dieser Tipp allerdings einen entscheidenden Haken: Sie werden nur beim iTunes-Store eine richtig große Auswahl finden. "Da muss ich dann eventuell in Kauf nehmen, dass die AGBs nicht lupenrein sind" - oder in den Plattenladen gehen und CDs kaufen.

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(tmn/csr)