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Auf dem deutschen Markt: Googles Android zieht Apple davon

Auf dem deutschen Markt : Googles Android zieht Apple davon

Auf dem Smartphone-Markt in Deutschland zieht das Google-Betriebssystem Android laut einem Bericht der Konkurrenz davon. Unter Berufung auf Berechnungen der Marktforscher von Comscore heißt es, dass im Februar 37,5 Prozent aller bevorzugt genutzten Smartphones von einem Google-System angetrieben wurden. Das waren gut 5 Prozent mehr als im Januar und 150 Prozent mehr als im Vorjahr.

Dagegen hat Apple den Anstieg, den das neue iPhone 4S seit Oktober ausgelöste, im Februar in Deutschland im Gegensatz zu den USA nicht weiter fortsetzen können. Weiter bergab ging es mit Nokia und Microsoft, die Hersteller konnten ihre Talfahrt trotz der gemeinsamen Lumia-Geräte nicht bremsen, heißt es im "Focus".

Samsung positioniert sich gegen Apple

Unter den Geräteherstellern schaffte Samsung erneut den größten Sprung nach oben: 22,3 Prozent aller Smartphone-Nutzer setzen inzwischen bevorzugt ein Gerät der Koreaner ein, berichtet der "Focus".

Dank reißender Nachfrage nach seinen Multifunktionshandys schloss der südkoreanische Konzern das abgelaufene Quartal mit einem Rekordgewinn ab, der zudem über den Markterwartungen lag.

Für Aufsehen sorgte am Freitag insbesondere der überraschend starke Absatz des im Oktober auf den Markt gekommenen Modells Galaxy Note. Dieses ist eine neuartige Kreuzung aus einem großen Handy und einem Mini-Tabletcomputer - im Branchenkauderwelsch "phablet" genannt. Damit will Samsung dem US-Konkurrenten auch als Produktvorreiter Paroli bieten, nachdem die Südkoreaner bislang vor allem als rasche und geschickte Umsetzer neuer Trends galten.

Das neue Galaxy Note zeigt, dass der Smartphone-Markt auf eine Sättigung zusteuert und Design-Fragen eine zunehmende Bedeutung gewinnen. "Wir sehen eine Veränderung im Markt", sagte Technik-Experte Shivesh Vishwanathan von Persistent Systems. "Es gibt Raum für Vielfalt." Mit dem Galaxy Note, dessen Bildschirm immerhin halb so groß wie der des Apple-Tablets iPad, setzt Samsung nicht nur den US-Konzern unter Druck, sondern auch die in den Hintergrund gedrängten Wettbewerber HTC aus Taiwan, Nokia aus Finnland und den kanadischen Blackberry-Hersteller Research In Motion (RIM).

Samsung an der Spitze

Im vergangenen Jahr hatte sich Samsung an die Spitze des Smartphone-Marktes katapultiert mit einem Anteil von nahe 20 Prozent. 2009 hatte dieser noch bei lediglich drei Prozent gelegen. Das Duell mit Apple geht im laufenden Quartal in die nächste heiße Runde. Samsung wird voraussichtlich mit den Verkauf seines aufpolierten Flaggschiff-Modells Galaxy S starten, Apple die nächste iPhone-Version auf den Markt bringen.

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Beide Konzerne liefern sich zudem einen verbissenen Patentstreit. Derzeit sind rund Verfahren in zehn Ländern anhängig. Pikanterweise sind sie zugleich auch geschäftlich verbunden: Apple ist Samsungs wichtigster Abnehmer von Bildschirmen und Chips. An der Börse haben die Amerikaner mit riesigem Abstand die Nase vorn. Samsung ist mit einem Marktwert von 191 Milliarden Dollar zwar das wertvollste Technologieunternehmen Asiens. Apple dagegen bringt 582 Milliarden Dollar auf die Waage.

Vom Galaxy Note hat Samsung bisher mehr als fünf Millionen Exemplare verkauft. Unter Analysten ruft die Zahl Begeisterung hervor. Die Verkäufe dürften weiter anziehen und den Gewinn im Handy-Geschäft nach oben treiben - trotz der kostspieligen Marketingoffensive vor den Olympischen Spielen in London, sagte Lee Ka-keun von Hana Daetoo Securities.

Im ersten Quartal kam Samsung auf einen Umsatz von umgerechnet 30,5 Milliarden Euro und einen Betriebsgewinn von 3,9 Milliarden Euro (5,8 Billionen Won). Das Ergebnis übertraf die Schätzungen von Branchenexperten deutlich. Detaillierte Zahlen sollen am 27. April vorgelegt werden.

Analysten begrüßten insbesondere die aus ihrer Sicht starken Gewinnspannen im Handygeschäft. Weitere positive Überraschungen seien in den kommenden Quartalen möglich, zumal sich auch der Halbleiter-Bereich von Samsung erhole, sagte Choi Do-yeon von LIG Investment & Securities. Auch in der Speicherchip-Produktion ist Samsung Weltmarktführer. Hier profitiert das Unternehmen von der Pleite des japanischen Rivalen Elpida Memory. Außerdem treibt die anziehende Nachfrage von Chip-Kunden wie Apple, Dell und HP die Preise wieder nach oben.

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(dpa/reuters)