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Gutachten: Google Street View rechtlich unbedenklich

Gutachten : Google Street View rechtlich unbedenklich

Berlin (RPO). Seit Wochen wird über Googles Dienst, Street View, diskutiert. Verbraucherschutzministerium, Justizministerium sowie Datenschützer klagten immer wieder an, den Dienst wegen des fehlenden Daten- und Persönlichkeitsschutzes in Deutschland zu stoppen. Der Rechtsinformatiker Nikolaus Forgo bescheinigt den dreidimensionalen Panorama-Bildern weder aus Sicht des Daten- noch Persönlichkeitsschutzes Unbedenklichkeit.

Forgo wies am Dienstag auf einer Veranstaltung des Internet-Riesen in Berlin unter anderem darauf hin, dass die Bilder nicht in Echtzeit ins Internet gestellt werden sollen. Google-Rechtsexperte Arnd Haller erklärte, die Gesichter der zufällig fotografierten Menschen und der erfassten Nummernschilder würden durch Pixel unkenntlich gemacht.

Forgo ist Professor für Rechtsinformatik an der Universität Hannover. Das Fazit seiner Beurteilung von Google Street View lautete, dass der Dienst "datenschutzrechtlich unbedenklich" ist. "Eine Verletzung des Allgemeinen Persönlichkeitsrecht kann nur für den einzelnen Fall untersucht werden, ist jedoch in der Regel unwahrscheinlich", sagte der Gutachter.

In Deutschland wird dieser Google-Dienst noch nicht angeboten. Aber die Vorbereitungen dafür laufen bereits seit 2008. Kamerawagen machen seit Monaten von jeder Kommune Zigtausende Aufnahmen in einer 360-Grad-Rundumsicht.

Die Panoramabilder werden mit Geodaten - also den genauen Längen- und Breitengraden - versehen und zu einem riesigen Städtepuzzle zusammengefügt. Die Nutzer sollen nicht mehr langweilige Stadtpläne vor sich haben, sondern einen realistischen Spaziergang durch Straßen machen können - mit Menschen, Autos und Gebäuden.

Eigentlich also eine gute Sache, insbesondere in Sachen Verbraucherschutz. Nie wieder darüber ärgern, dass die Reiseprospekte gelogen haben, nie wieder Wohnungssuche, ohne schon vorab einen ersten Eindruck von der Umgebung zu haben. Jeder kann informierter Entscheidungen treffen.

Der Online-Service begann im Mai 2007 mit vier Städten in den USA. Inzwischen kann man dort ungezählte Orte aus der Straßenperspektive erkunden. Nach den USA folgten Australien und Japan. Auch in Großbritannien, Holland, Italien, Frankreich und der Schweiz laufen entsprechende Projekte.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Ostereier in Google Street View

(apd/fb)