1. Digital
  2. Internet

Antworten statt Links: Google plant die nächste Revolution

Antworten statt Links : Google plant die nächste Revolution

Google-Chef Larry Page verändert seine Suchmaschine. Statt nur Schlagwörter soll Google künftig auch komplette Fragen verstehen können und sofort die passende Antwort liefern. Die Vision von der Maschine, die weiß, was und wie wir denken, nimmt Gestalt an.

Google möchte seine Suchmaschine revolutionieren, nachdem man den Markt vor mehr als zehn Jahren schon einmal neu aufgerollt hatte. Dies berichtete gestern das Wall Street Journal aus den USA. Google in Deutschland bestätigte den Trend.

Statt nur simple Online-Verweise, sogenannte Links, sollen die Ergebnisse stärker den Kontext berücksichtigen und direkte Antworten liefern — und so viel besser zeigen, was der Anwender eigentlich sucht. Dahinter steckt das, was seit einigen Jahren als Begriff durchs Internet kursiert: die semantische, inhaltliche, Suche.

Google meint zu wissen, was wir suchen

In der Praxis heißt das: Man muss seine Suche nicht mehr auf Schlüsselwörter herunter brechen, um zu vernünftigen Ergebnissen zu kommen. Vielmehr soll man seine Frage so formulieren, wie man es gewohnt ist. Statt beispielsweise nach "Seen Größte Deutschland" zu suchen und dann die Linkliste der vorgeschlagenen Internetseiten zu durchstöbern, soll es reichen "Was sind die größten Seen Deutschlands?" einzugeben — und man erhält sofort die passende Antwort zum Lesen.

Künftig könnten die Anwender Fragen nach Personen, Orten und Dingen stellen, deren Sinn dann von der Suchmaschine erkannt wird. Als Beispiel führt das Wall Street Journal eine Suche nach dem Begriff "Lake Tahoe" auf. Statt langen Linklisten würden künftig zunächst die Fakten aufgeführt, die Google über den See auf der Grenze der US-Bundesstaaten Nevada und Kalifornien kennt. Das wären Details wie beispielsweise die Lage und Höhe des Sees oder die Durchschnittstemperatur und der Salzgehalt des Wassers.

Eine Säule für die Zukunft

Insgesamt möchte man den nächsten Evolutionsschritt der Suchmaschine einläuten, die von Larry Page und Sergey Brin, entwickelt wurde. Denn bisher analysiert Google die eingegebenen Wörter, sucht passende Internet-Seiten und gewichtet dann das Ergebnis nach der Zahl der Verlinkungen einer Seite. Fundstellen, die alle Wörter enthalten und auf die besonders oft im Internet verwiesen wird, landen so als beste Treffer ganz oben. Das funktioniert bislang eigentlich ganz gut. Zumal nach einem Test des US-Fachmagazins "PC Magazine" die Trefferliste mit der semantischen Suche nicht sehr viel besser oder schlechter ist als bisher. Warum dann also die Änderung?

  • Neuer Dienst präsentiert : "Play" wird Googles iTunes
  • Duisburg : Wikipedia-Gründer über kostenfreie Informationen
  • Leistungsschutzrecht sorgt für Aufregung : Kritik an Reform des Urheberrechts

Derzeit dominiert Google noch den Markt mit einem Anteil von 66 Prozent. Zudem hält man 75 Prozent des Anzeigen-Geschäfts bei den Suchmaschinen. Das ist die tragende Säule des Jahresumsatzes von 38 Milliarden Dollar. Aber auf Dauer scheint das nichts zu sein, worauf man sicher die Zukunft aufbauen kann.

Assistentin Siri macht es vor

Apps, Anwendungen für Tablet-PCs oder Smartphones, ersetzen immer öfter die Suche bei Google, weil man so sehr viel zielgerichteter und schneller die gesuchten Antworten erhält. Beispielsweise nach Restaurants in der Umgebung. Auch Apples sprachgesteuerte virtuelle Assistentin Siri macht vor, wie einfach es sein kann, eine simple Frage zu formulieren und entsprechende Antworten zu erhalten — in Deutsch läuft Siri aber noch schwach. Interessant sind auch andere Suchmaschinen: "WolframAlpha" beispielsweise gibt bei der Suche nach Apple ein Unternehmensprofil samt Umsatz, Gewinn und Börsenentwicklung aus.

Bislang ist Google die Suchmaschine schlechthin. Mit besseren Ergebnissen oder sogar direkten Antworten will man die Internet-User weiterhin und länger an sich binden, was wiederum das Anzeigengeschäft sichert.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Google - neue Dienste und Services 2011

(RP/pst)