Google Maps hilft gut beim Navigieren, doch der Datenverbrauch ist immens. Das sagt Stiftung Warentest bei einem Vergleich von Navis und Navi-Apps.

Stiftung Warentest: Die besten Navis – als App und als Gerät

Vielfahrer sollten ein Navigationsgerät statt einer App nutzen. Wer ein Navi im Auto nutzt, muss die gleichen Regeln wie bei Smartphones beachten.

Die Stiftung Warentest hat sieben Navigationssysteme und sieben Apps zum Routensuchen miteinander verglichen. Fazit: Wer häufig mit dem Auto unterwegs ist, sollte eher das Extra-Gerät nutzen, weil es einfacher zu bedienen ist.

Wer dagegen nur selten eine digital unterstützte Routenführung braucht, kann mit einer App auf dem Smartphone zufrieden sein. Alle Nutzer von Apps und Geräten sollten sich gleichzeitig klar machen, dass sie ein Bußgeld riskieren, wenn sie das Ziel erst während der Fahrt eingeben. „Laut Gesetz gelten für Navigationssysteme die gleichen Regeln wie für Smartphones“, sagt der Mönchengladbacher Anwalt Christof Wellens, „man darf sie also nicht während der Fahrt in die Hand nehmen, und man darf sich durch ihre Bedienung gar nicht oder nur minimal ablenken lassen.“ Sein Rat: „Sprachsteuerung ist immer gut, weil erlaubt. Eingaben auf dem Display unterwegs sind riskant und nur bei einfachem Tastendruck erlaubt.“

Die Ergebnisse von Stiftung Warentest im Detail: Die beste Note von 1,8 erhält das Tomtom 6200 zum Preis von rund 380 Euro. Bei dem Gerät mit einer Bilddiagonale von 15,2 Zentimetern loben die Experten die einfache  Handhabung per Sprachsteuerung sowie beim Annehmen von Anrufen, die über das Smartphone herein kommen. Außerdem gibt es die Note „sehr gut“ für den Datenverbrauch: Denn die fest eingebaute Sim-Card hat eine bereits mit dem Kaufpreis abgegoltene Flatrate für die Navigationsdaten – das Datenvolumen spielt also keine Rolle.

Abgestraft wird unter den Apps Google Maps, weil die Nutzung zu sehr viel Datenverkehr führt. Laut Test verbraucht Google Maps mit dem Betriebssystem Android 7,9 Megabyte an Daten auf einer nur 11,5 Kilometer langen Stadtfahrt. Dagegen lädt die App Tomtom Go Mobile nur 0,2 Megabyte auf dieser Strecke, die beiden Navigationsgeräte Garmin Drive Smart und Tomtom Go Essential brauchen jeweils weniger als 0,7 Megabyte, wenn sie Infos zu Staus oder Straßensperrungen mobil aufrufen. Diese beiden Geräte bekommen die Verkehrsinfos per Bluetooth über das Smartphone; diese Koppel-Technik ist Standard bei den meisten Navigeräten.

Google Maps erhält jedoch die beste Bewertung von 1,7 bei der Qualität der reinen Navigationsempfehlungen, was unter anderem an den oft sehr zielgenauen Prognosen über Verzögerungen durch Staus liegt. Außerdem sind Routenempfehlungen für Fahrradtouren brauchbar, zeigt die Erfahrung.

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Die beste Gesamtbewertung als App gewinnt das jährlich 20 Euro kostende TomTom GoMobile. Die reine Navigation erhält die Note 2,1. Immerhin wird der gleiche Verkehrsdienst wie beim Tomtom-Gerät genutzt.

Die Tomtom-App wird von den Berliner Testern als besonders vielseitig gelobt. Das hängt wohl auch damit zusammen, dass sie ebenso wie die App von Waze vor Radarkontrollen warnt. Hier müssen Autofahrer aber vorsichtig sein: Es ist gesetzlich verboten, Geräte „betriebsbereit mitzuführen“, die auf  sogenannte Verkehrsüberwachungsmaßnahmen hinweisen. Legal ist nur, sich vor Beginn der Fahrt über solche Risiken zu informieren. Und dann muss man vor Fahrtbeginn die entsprechende Funktion im Navigationsgerät oder der App ausschalten, um 75 Euro an Bußgeld und einen Punkt in Flensburg als Risiko auszuschließen. Alternativ kann der Beifahrer sich über Radarfallen informieren.

Die Stiftung Warentest hat auch untersucht, ob es sich lohnt, den Ausweichempfehlungen zu folgen. „Autofahrer sollten sich vor allem bei großen Staus daran orientieren“, lautet das Fazit. Denn die Vorhersagen aller Navis und Apps seien „in der Regel recht genau“.

Als weiterer Vorteil der Navigation per Handy sei noch eine „Kleinigkeit“ erwähnt: Wer ein Smartphone nutzt, nimmt es beim Aussteigen fast automatisch mit. Wer dagegen ein Navigationsgerät gebraucht, lässt es oft im Wagen. Das kann einen Einbruch ins Auto provozieren. Der Ersatz der dabei eingeschlagenen Scheibe ist dann oft teurer als der Kauf des neuen Navis.

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