Google löscht nach Gerichtsurteil am häufigsten Links zu Facebook

Recht auf Vergessen : Google löscht am häufigsten Facebook-Links

"Das Internet vergisst nie", heißt es. Der Europäische Gerichtshof hat das mit einem Urteil gegen die Betreiber von Suchmaschinen geändert. Sie müssen seitdem Suchergebnisse auf Antrag entfernen. Jetzt legt Google dazu aktuelle Zahlen vor.

Etwas mehr als 1,2 Millionen Links hat Google nach eigenen Angaben seit Ende Mai 2014 gelöscht. Seitdem können Privatpersonen beantragen, dass Suchergebnisse gelöscht werden, die auf Seiten verweisen, in denen sie erwähnt werden. Voraussetzung dafür: Sie enthalten zum Beispiel veraltete oder unzutreffenden Informationen über den Antragssteller - oder es besteht kein öffentliches Interesse an den Informationen.

Google selbst nennt in seinem "Transparenzbericht" verschiedene Beispiele für Anträge. Erfolgreich war dieser Antrag aus Deutschland: "Wir haben ein Ersuchen von einem Lehrer erhalten, der vor mehr als zehn Jahren wegen eines geringfügigen Vergehens verurteilt wurde, einen Artikel über die Verurteilung zu löschen."

Nicht erfolgreich war hingegen dieser Antrag aus Ungarn: "Wir haben ein Ersuchen von einem hochrangigen Beamten erhalten, kürzlich veröffentlichte Artikel zu löschen, in denen über eine vor Jahrzehnten erfolgte Verurteilung berichtet wurde."

Am häufigsten betroffen sind Links zu den sozialen Netzwerken, allen voran Facebook: 10.220 Suchmaschineneinträge, die zu Facebook führten, sind mittlerweile gelöscht worden. Außerdem finden sich unter den zehn am häufigsten betroffenen Seiten Twitter, Youtube und Google Plus.

Ob ein Antrag erfolgreich ist, wird von Einzelfall zu Einzelfall entschieden. Im Schnitt werden europaweit 42 Prozent aller beantragten Suchergebnisse gelöscht. In Deutschland liegt die Quote bei 48,2 Prozent. 91.866 Einträge sind hierzulande bereits gelöscht worden. Rein statistisch haben Luxemburger die besten Chance, dass ihr Antrag erfolgreich ist (51,9 Prozent). Besonders schlecht sind die Aussichten in Bulgarien (22,1 Prozent).

Über diese Seite können Sie einen Löschantrag stellen.

(RPO)