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Skandalöser Zweitname gelöscht: Google Earth: Der "Hitler-Berg" ist weg

Skandalöser Zweitname gelöscht : Google Earth: Der "Hitler-Berg" ist weg

Hamburg (RPO). Der Berg Heiglkopf südlich von Bad Tölz hat beim Internet-Dienst Google Earth seinen richtigen Namen zurück bekommen. Zuvor war der Berg mit dem zweifelhaften Zweitnamen "Hitler-Berg" im Internet vertreten. Google führte jetzt nach Protesten der umliegenden Gemeinden ein außerplanmäßiges Update seines Landkartenprogramms durch und entfernte den Beinamen.

Georg Kellner, Bürgermeister der betroffenden Gemeinde Wackersberg, auf deren Gebiet der Heiglkopf liegt, ist erleichtert. "Das ist ja wirklich mal eine sehr erfreuliche Nachricht", so Kellner. Er habe nach der Veröffentlichung des Berichts über den "Hitler-Berg" vor zwei Wochen zahlreiche Reaktionen aus dem gesamten Bundesgebiet erhalten.

"Da kamen zig SMS und Anrufe. Die meisten waren ganz vernünftig." Aber ein paar seltsame seien auch dabei gewesen, räumte Kellner ein, ohne Einzelheiten nennen zu wollen. "Der überwiegende Teil war jedenfalls eindeutig dafür, dass die Bezeichnung 'Hitler-Berg' wegkommt", sagte das Gemeindeoberhaupt.

Auch in der nahe gelegenen Kreisstadt Bad Tölz ist die Freude über die Änderung groß. "Wir sind sehr froh, dass die Bezeichnung 'Hitler-Berg' entfernt wurde", sagte Stadtsprecher Gerhard Grasberger auf ddp-Anfrage. Die bundesweite öffentliche Diskussion über das Thema habe ganz offensichtlich gewirkt. "Jetzt hoffen wir mal, dass er bei der nächsten Software-Aktualisierung nicht wieder auftaucht."

"Froh, dass die Angelegenheit aus der Welt ist"

Google-Sprecher Keuchel beruhigte: "Wir werden dafür Sorge tragen, dass der 'Hitler-Berg' künftig draußen bleibt." Er sei froh, dass die Angelegenheit aus der Welt geschafft werden konnte. Und er könne die Erleichterung der betroffenen Kommunen gut verstehen: "Das ist schön, dass die jetzt wieder glücklich sind."

Google hatte für sein Internetprogramm auf alte Quellen zurückgegriffen, in denen der 1205 Meter hohe Heiglkopf - auch noch falsch geschrieben - als "Adof Hitler-Berg" verzeichnet war.

Möglicherweise stammen die Daten aus dem Bestand des US-Geheimdienstes National Geospatial-Intelligence Agency. Auf dessen Internetseiten findet sich jedenfalls die Bezeichnung "Adof Hitler-Berg" mitsamt den passenden geografischen Längen- und Breitenangaben. Google-Sprecher Keuchel konnte allerdings nicht bestätigen, dass dies die Quelle der Verwirrung war.

Tatsächlich hatte der Gemeinderat von Wackersberg den Heiglkopf im April 1933 in "Hitler-Berg" umbenannt. Außerdem wurde damals ein rund zehn Meter hohes Hakenkreuz aus Eisen errichtet, das nachts beleuchtet war. Diese Episode endete 1945 mit dem Zusammenbruch der Nazi-Gewaltherrschaft. Zudem fand die Bezeichnung nie Eingang in die offiziellen Listen des bayerischen Landesamts für Vermessung und Geoinformation oder des Alpenvereins.

(afp)