Goldene Blogger: Dieter Bohlen, Jan Josef Liefers und Barbara Schöneberger mit Influencer-Preis ausgezeichnet

Die Goldenen Blogger : Das sind die besten Blogs und Social-Media-Accounts des Jahres

Das Netz steckt nicht nur voll Hass und Hetze - es gibt auch viele Menschen die mit Engagement für gute Seiten sorgen: Die Besten sind jetzt mit dem Goldenen Bloggern ausgezeichnet worden. Dazu zählen auch Dieter Bohlen, Jan Josef Liefers und Barbara Schöneberegr.

Die öffentliche Diskussion um das Netz wird von Fake-News, Wahlmanipulationen, Datenlecks und Hassrede in sozialen Netzwerken geprägt. Dass das Netz auch von vielen engagierten Personen genutzt wird, um gesellschaftlich relevante Themen in den Fokus zu rücken, zeigen die Preisträger der „Goldenen Blogger“, die am Montagabend in Berlin vergeben wurden.

Mit dem Blog «Sterben üben» ist die Journalistin Jasmin Schreiber zur Bloggerin des Jahres 2018 gewählt worden. Für ihre Geschichten über die Tätigkeit als Sterbe- und Trauerbegleiterin erhielt Schreiber bei der Verleihung der „Goldenen Blogger“ die meisten Online-Votes. "Viele ihrer Texte berühren und treiben den Lesern Tränen in die Augen", begründete die Jury die Auszeichnung von Jasmin Schreiber. „Der Preis feiert Authentizität“, sagte die Journalistin Christiane Link, Mitorganisatorin der Preisverleihung, die zum zwölften Mal stattfand. Zum Hashtag des Jahres wurde #wirsindmehr gewählt. Der als Protestnote nach Übergriffen in Chemnitz entstandene Hashtag stehe für die breite Debatte über Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Hass, hieß es.

In dieser Rubrik siegte jedoch die Rechtsanwältin Nina Straßner, die im Netz als Juramama unterwegs ist. Sie erhielt den Goldenen Blogger für ihren Text "Raus aus meinem Uterus", in dem sie sich unterhaltsam und fachlich tiefgreifend mit dem §219a des Strafgesetzbuchs beschäftigt, der Ärzten Werbung für Abtreibung untersagt.

Newcomer des Jahres wurde das Blog "Not just down" in dem Tabea Mewes über das Leben mit ihrem Bruder Marian schreibt, der das Down-Syndrom hat. "Viele Menschen haben sehr wenig Kontakt zu Menschen mit Behinderung. Das versuchen wir online zu ändern", erklärte Tabea Mewes ihre Motivation: "Wir wünschen uns, dass mehr Menschen sehen, was in Menschen mit Down-Syndrom steckt."

Als "Podcast des Jahres" ausgezeichnet wurde "Gästeliste Geisterbahn", dessen Macher in lockerer Runde über die teils sehr abseitigen Fragen ihrer Hörer diskutieren. "Das praktische am Podcast ist, dass man ihn überall mit hinnehmen kann", erklärt Co-Produzent Nilz Bokelberg den Erfolg.

Posthum mit einem Sonderpreis für sein Lebenswerk wurde der 2018 verstorbene Blogger Robert Basic ausgezeichnet. Den Preis entgegen nahm sein ältester Sohn Maurice. Blogger und Netz-Urgestein Don Dahlmann zitierte Basic mit den Worten: "Im Journalismus setzt sich immer die Haltung durch, und nicht die Lüge" - auch dafür habe Basic sich eingesetzt.

Für Haltung steht auch die Siegerin in der Kategorie "Twitter-Account des Jahres". Natalie Grams berichtet unter @NatalieGrams kritisch über Homöopathie. "Ich bin der Homöopathie abtrünnig geworden, weil sie nicht das ist, was sie von sich behauptet. Sie ist keine Arznei", sagte sie über sich selbst. Dabei erntet sich auch viel Kritik: "Homöopathie wird noch emotionaler diskutiert, als die meisten religiösen und politischen Themen."

Per Videobotschaft bedankte sich Dieter Bohlen für den Titel als Bester „Social Media-Auftritt einer Celebrity". Der Musikproduzent teilten sich die Stimmen der Jury gleichmäßig auf die drei Nominierten auf: Barbara Schöneberger erhielt einen Preis für ihr Web-Radio Barbaradio, Jan Josef Liefers und Dieter Bohlen für ihre Instagram-Aktivitäten. Bohlen lobte in seiner Videonachricht die Blogger: "Das ist eine kreative Arbeit - und Kreativität, da steh ich drauf." Zu den Nominierten gehörte auch der nicht selbst anwesende Astronaut Alexander Gerst, der sich in der Kategorie «Bester Instagram Account» der News-WG des Bayerischen Rundfunk geschlagen geben musste.

Die Anti-Auszeichnung als «Blocker des Jahres» nahmen zwei Offiziere der Bundeswehr für den Streit mit den Organisatoren der Internetkonferenz re:publica entgegen. Die Bundeswehr hatte sich öffentlich darüber empört, dass Soldaten in Uniform bei der Veranstaltung unerwünscht waren und ihr ein Rekrutierungsstand verwehrt worden war.

Weitere Preisträger waren unter anderem "Ye Olde Kitchen" als Foodblog des Jahres und "120 Minuten" in der Kategorie "Sport". Den Preis für das beste Nischenblog nahm der freie Journalist Thomas Wiegold für sein Verteidigungs-Blog "Augen Geradeaus" nach Hause. Zwei Siegerinnen gab es in der Kategorie "Tagebuchblog". Einerseits Jana Georg für "Russische Provinz". Dort schreibt sie über das Leben ihrer Familie als Deutsche in kaukasischen Stavropol. Zum anderen Vanessa Giese für ihre Alltagsbeobachtungen unter "Frau Nessy: Draußen nur Kännchen".

Bei den «Goldenen Bloggern» werden in 18 Kategorien Blogs, Instagram- und Twitter-Auftritte ausgezeichnet. Ausgesucht wurden die Nominierten aus 2.000 Vorschlägen von Internet-Nutzern. Die Gewinner werden per Online-Abstimmung, Applaus-Voting oder durch die Stimmen ehemaliger Preisträger bestimmt.

Initiiert wurde der Preis von den Düsseldorfern Thomas Knüwer, Franziska Bluhm und Rheinische Post Redakteur Daniel Fiene und der Londonerin Christiane Link.

(hebu/dafi/mit Agenturmaterial)
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