GMail-Redesign 2018: Googles E-Mail-Service bekommt Mails mit Selbstzerstörung

Relaunch von Googles E-Mail-Service : GMail bekommt Mails mit Selbstzerstörung

Google hat sein Mail-Programm GMail grundlegend überarbeitet und durch neue Features erweitert. So soll Künstliche Intelligenz das Postfach nicht nur sicher machen, sondern auch besser sortieren. Ferner können Mails mit Verfallsdatum versehen werden.

Neu ist der Modus "Vetraulich". Dieser schützt laut Google sensible Inhalte und ermöglicht es, E-Mails mit einem Ablaufdatum zu versehen. Auch können bereits gesendete Nachrichten widerrufen werden.

Zusätzlich kann für die Anzeige einer E-Mail eine zusätzliche Authentifizierung per SMS als erforderlich eingestellt werden. Auf diese Weise sind Daten und Informationen geschützt, selbst wenn das E-Mail-Konto des Empfängers gehackt wurde, erklärte Google in einem Blogeintrag.

Außerdem wird man die Optionen zum Weiterleiten, Drucken oder Herunterladen von E-Mails blockieren können. Dadurch verringert sich das Risiko, dass vertrauliche Informationen versehentlich an falsche Personen weitergegeben werden. Der neue Modus "Vertraulich" soll in den kommenden Wochen verfügbar sein.

Daneben gestaltet Google die Sicherheitswarnungen für GMail neu. Dadurch sollen sie nicht nur auffälliger werden, sondern auch einfacher zu verstehen sein. Diese Warnungen sollen helfen, potenziell gefährliche E-Mails noch besser zu identifizieren.

Außerdem führt Google bei der GMail-Erneuerung weitere Funktionen auf Basis maschinellen Lernens ein. So wird der Nutzer mit "automatischen Erinnerungen" auf ein paar Tage zurückliegende Mails wieder aufmerksam gemacht, die nach Einschätzung der Software relevant sind.

Die im vergangenen Jahr in den Smartphone-Apps eingeführte Funktion "Intelligente Antworten", die selbstständig Antwortvorschläge formuliert, kommt auch in die Web-Version. Diese Option verarbeitet laut Google bereits täglich Hunderte Millionen von Nachrichten und macht bereits mehr als zehn Prozent der E-Mail-Antworten auf dem Handy aus.

Zusätzlich können Nutzer in der GMail-App wichtige Benachrichtigungen aktivieren, sodass sie nur noch bei wirklich relevanten E-Mails benachrichtigt werden. Das soll Unterbrechungen und Störungen minimieren.

Die künstliche Intelligenz informiert den Nutzer zudem, wann er sich von Mailinglisten abmelden kann. Grundlage dafür ist die Anzahl der erhaltenen E-Mails eines Absenders und wie viele davon tatsächlich gelesen werden. Diese Funktion wird in den nächsten Wochen ausgerollt.

GMail-Privatanwender können die neuen Features wie folgt aktivieren: Über Einstellungen (das Zahnrad in der oberen rechten Ecke des Posteingangs) gibt es die Option "Probiere das neue Gmail". Wer später wieder umsteigen möchte, kann an gleicher Stelle "Zurück zum klassischen Gmail" wählen.

Der Internet-Konzern prescht mit seinen Cloud-Angeboten in scharfer Konkurrenz unter anderem zu Microsoft seit Jahren ins Geschäft mit Unternehmen vor, die mehr Schutz für vertrauliche Informationen wollen.

Auch der Diebstahl von E-Mails der Parteiführung der US-Demokraten im Präsidentschaftswahlkampf 2016, an die mutmaßlich russische Hacker mit Hilfe einer Phishing-Mail kamen, schärfte das Bewusstsein für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Google GMail - Update bringt neue Sicherheitsfunktionen

(csr)
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