Kolumne Total digital: Fit durchs digitale Schlaraffenland

Kolumne Total digital : Fit durchs digitale Schlaraffenland

Die Weltgesundheitsorganisation WHO schlägt Alarm: Vier von fünf Jugendlichen in Deutschland bewegen sich zu wenig. Bizarr. Ausgerechnet die „mobile“ Generation ist die am wenigsten mobile.

Laut ARD-ZDF-Onlinestudie verbringen Teenager und junge Erwachsene täglich 366 Minuten im Internet. Ja, Sie haben richtig gelesen, das sind mehr als sechs Stunden am Tag.

Haben die Kids verlernt, sich zu bewegen weil es inzwischen für alles eine bequemere Lösung gibt? Einkaufen? Bankgeschäfte? Tickets buchen? Dafür gibt es Apps! Sogar das Essen wird auf Knopfdruck fertig zubereitet vom Fahrradkurier an die Tür geliefert. Der Traum vom Schlaraffenland – er war noch nie so nah. Selbst für die letzten Meter, die man früher noch zu Fuß lief, gibt es heute Elektro-Roller.

Tatsächlich vermuten die Autoren und Autorinnen der Studie als Hauptursache für den Bewegungsmuffel-Trend die Digitalisierung. Die Studie zeigt: Junge Menschen spielten heute lieber virtuell, statt körperlich aktiv zu sein. Sollte man das Smartphone aus den Schulen verbannen, wie es Frankreich getan hat? Ein Handyverbot mag kurzfristig helfen. Ich hielte es für klüger, unseren Kindern einen klügeren Umgang mit den digitalen Werkzeugen zu vermitteln. Ausgerechnet die Digitalisierung selbst könnte dabei eine wichtige Rolle spielen: Warum die Schülerinnen und Schüler nicht ein Jahr lang ein Blog führen lassen? Über ihre tägliche Smartphone-Nutzungszeiten. Über ihre körperlichen Aktivitäten. Über ihre Ernährung. Dazu gibt es zahlreiche Training- und Statistik-Apps. Es ließen sich Kochrezepte teilen oder Ideen für gesündere Snacks. Und ganz nebenbei lernen die Kids, dass das Internet mehr ist als Whatsapp, Tik Tok oder Computerspiele.

Übrigens: Wenn ich mich im Alltag so umsehe – auch uns Erwachsenen täte so etwas hin und wieder ganz gut.