Facebook: Unternehmen löscht 5,4 Milliarden Fake-Profile

Seit Jahresbeginn : Facebook löscht 5,4 Milliarden Fake-Profile

Der Internetkonzern kämpft gegen Manipulation. Nach eigenen Angaben kann das Unternehmen gefälschte Accounts inzwischen besser erkennen und schneller löschen. Facebook gibt außerdem eine Schätzung bekannt, wie viel Prozent der User unecht sind.

Im Kampf gegen Falschinformation und Manipulation hat der US-Internetkonzern Facebook in diesem Jahr nach eigenen Angaben bereits rund 5,4 Milliarden Fake-Accounts gesperrt. Facebook könne inzwischen besser erkennen, wenn gefälschte und missbräuchliche Nutzerkonten erstellt würden, teilte das Unternehmen am Mittwoch in seinem Transparenzbericht mit. Jeden Tag unterbinde der Konzern dank seiner verbesserten Prüfmechanismen "Millionen Versuche", Fake-Accounts einzurichten.

Facebook geht davon aus, dass im zweiten und dritten Quartal rund fünf Prozent der weltweiten Nutzerkonten gefälscht sind. Bei Fake-Accounts gibt jemand vor, eine Person zu sein, die es gar nicht gibt. Über diese Konten werden häufig Informationen verbreitet, die einer bestimmten politischen oder sozialen Agenda folgen. Das soziale Netzwerk hat massiv darin investiert, solche Nutzerkonten aufzuspüren und zu sperren.

Der Transparenzbericht legt auch offen, dass die Zahl der Anfragen von Regierungen zu Nutzerinformationen erneut deutlich zugenommen haben. Sie stieg demnach in der ersten Jahreshälfte um 16 Prozent auf 128.617 Anfragen. Mit knapp 51.000 kommen die meisten davon von den USA, gefolgt von Indien, Großbritannien, Deutschland und Frankreich.

Facebook gab in dem Transparenzbericht, der erstmals auch den Internetdienst Instagram einschloss, auch Fortschritte im Kampf gegen Beiträge bekannt, die im Zusammenhang mit Terror, Hass, Suiziden, Kinderpornografie und Drogen stehen. Dennoch seien diese Technologien "nicht perfekt", räumte der Konzern ein. Deshalb investiere das Unternehmen weiter darin, Beiträge besser zu erkennen, die gegen die eigenen Grundsätze verstießen.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg wies in einer Telefonkonferenz Forderungen aus der Politik zurück, den Konzern aufzuspalten. Ein solcher Schritt würde das Vorgehen gegen missbräuchliche Inhalte und Aktivitäten erschweren. Sein Unternehmen investiere jedes Jahr Milliarden von Dollar dafür, Facebook für seine Nutzer sicher zu gestalten. Das wirke sich negativ auf den Gewinn des Konzerns aus - "aber es steht außer Frage, dass es richtig ist", betonte Zuckerberg.

(cka/AFP)
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