Facebook-Skandal: Nutzer sollen Einstellungen überprüfen

Facebook sendet Dateninfo an Nutzer: Betroffene User sollten ihre Einstellungen überprüfen

Facebook informiert ab Montag 87 Millionen Nutzer, die Opfer des Datenskandals um die Firma Cambridge Analytica geworden sein könnten. Wir beantworten, was es bedeutet, wenn Sie eine solche Nachricht erhalten und wie Sie sich dann verhalten können.

Mehr als 70 Millionen User in den USA und unter anderem mehr als eine Million jeweils auf den Philippinen, in Indonesien und in Großbritannien seien betroffen, erklärte der Internetkonzern jüngst. Gut 310.000 deutsche Nutzer sollen auch darunter sein. Alle 2,2 Milliarden Nutzer sollten darüber hinaus eine Benachrichtigung zum Datenschutz und zur Verwendung von Apps innerhalb des Netzwerks erhalten.

Cambridge Analytica soll sich über Umwege Daten von Facebook-Usern beschafft haben. Diese soll das Unternehmen ausgewertet und damit versucht haben, die US-Präsidentschaftswahl 2016 zu beeinflussen. Cambridge Analytica steht in Verbindung zu US-Präsident Donald Trumps Wahlkampfteam.

Am Anfang des Skandals um die Weitergabe einiger Daten aus Millionen von Facebook-Profilen stand der britische Wissenschaftler Aleksandr Kogan. Er hatte für eine wissenschaftliche Studie eine Umfrage "This is Your Digital Life" mit Hilfe einer Quiz-App auf Facebook gestartet. Die gewonnenen Informationen über die Nutzer und deren Freunde gab er aber dann an die Analyse-Firma weiter. Das Brisante: Nicht nur Daten über die Nutzer des Quiz wurden weitergegeben, sondern auch über deren Facebook-Freunde. So kommt die enorme Summe von 87 Millionen betroffenen Usern zustande. Mittlerweile wäre ein solcher Skandal übrigens nicht mehr möglich: Facebook hat die Beschränkungen für App-Entwickler in der Folge enorm verschärft, so dass Daten von Freunden nicht mehr an sie weitergegeben werden können.

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Wenn Sie in Ihrem Newsfeed die Nachricht erhalten, bedeutet das, dass Ihr Profil auch vom Datenskandal betroffen gewesen ist. Aktuell hat das für Sie keine Konsequenzen, denn der Verstoß liegt in der Vergangenheit. Wenn Sie die App "This Is Your Digital Life" niemals verwendet haben, können Sie trotzdem betroffen sein, wenn einer Ihrer Freunde die App genutzt hat.

Wer sich nicht komplett bei Facebook abmelden möchte, sollte seine Einstellungen überprüfen. Nutzer haben die Möglichkeit, in der Desktop-Version von Facebook unter "Einstellungen" die Zugriffserlaubnis von fremden Apps und Internetseiten einzuschränken. Unter "Apps und Webseiten" kann man definieren, welchen externen Apps man den Zugriff auf das eigenen Facebook-Konto erlaubt. Und ob man grundsätzlich möchte, dass Apps, Webseiten und Spiele Zugriff auf die Profildaten erlangen. Lohnenswert ist es generell, die Privatsphäre-Einstellungen des eigenen Profils zu überprüfen.

Am Mittwoch soll Facebook-Gründer Mark Zuckerberg dem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses Rede und Antwort stehen. Bundesjustizministerin Katharina Barley (SPD) will die Datenschutzregeln für soziale Netzwerke ausweiten. Auch das Europäische Parlament hat Zuckerberg aufgefordert, in einer Sitzung des Ausschusses für Bürgerrechte, Justiz und Inneres zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.

(hebu, heif)