Investoren fürchten Überalterung: Facebook - nur noch ein Seniorentreff?

Investoren fürchten Überalterung : Facebook - nur noch ein Seniorentreff?

Vor gut einem Jahr floppte die Facebook-Aktie an der Börse. Die Sorgen um die Zukunft des Unternehmens haben sich nicht gelegt. Manche glauben, das Netzwerk verkomme zum Treff für Ältere. Das Schlagwort "elternverseucht" macht die Runde.

Der 18. Mai 2012 dürfte Mark Zuckerberg in unguter Erinnerung sein. Vor genau einem Jahr ging sein soziales Netzwerk Facebook an die Börse. Vielmehr: Es stolperte dorthin. Zuerst brach das Computersystem des Börsenbetreibers Nasdaq unter dem Ansturm von Kauf- und Verkaufsaufträgen zusammen. Dann konnten nur Stützungskäufe der beteiligten Banken verhindern, dass die Aktie schon am ersten Tag einbrach. Das Fazit lautete: Börsengang verpatzt.

Es waren also keine guten Vorzeichen, mit denen Facebook sein Erwachsensein begann. Zwar hat sich die Aktie mittlerweile von ihren Tiefständen erholt. Doch nun keimen neue Sorgen auf: Verkommt Facebook zum Treffpunkt der Älteren? Fehlt bald der Nachwuchs? Der immer wieder geäußerte Verdacht: Weil sich bei Facebook mittlerweile so viele Erwachsene tummeln, fliehen die Jugendlichen.

Das Schlagwort "elternverseucht" macht die Runde. Stattdessen sei die Jugend bei der Blog-Plattform Tumblr, dem Kurznachrichten-Dienst Twitter oder der Chat-App WhatsApp unterwegs, heißt es. Auch Snapchat gilt als Sammelbecken für Facebook-Verweigerer — eine Smartphone-App, mit der sich Fotos verschicken lassen, die sich nach kurzer Zeit selbst löschen.

Wirklich belastbare Zahlen gibt es für die vermutete Abwanderung der jungen Leute allerdings nicht. Es sei eher ein Gefühl, das bei vielen Investoren vorherrsche, basierend auf einzelnen Erzählungen denn auf harter Statistik, heißt es.

Facebook selbst gibt nur einen groben Überblick über seine Mitgliederentwicklung: Bis zuletzt wuchs die Gesamtzahl auf 1,11 Milliarden; mehr als die Hälfte davon schaut sogar täglich vorbei. "Die jungen Nutzer gehören zu den aktivsten, die wir auf Facebook haben", beteuerte Finanzchef David Ebersman jüngst.

Dass die unter 25-Jährigen abwanderten, rühre wohl daher, dass sie mittlerweile viele verschiedene Soziale Dienste nutzten. Das sei aber kein Nullsummen-Spiel. Ob die Aussage die Investoren auf Dauer beruhigt, bleibt abzuwarten. Die beim Börsengang zu 38 Dollar verkaufte Facebook-Aktie notierte zuletzt bei rund 26 Dollar.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Mark Zuckerberg – mächtig und streng

(dpa)
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