Expertin empfiehlt vor Bundestagskommission "Vermummungsverbot" für KI

Kommission im Bundestag : Expertin fordert "Vermummungsverbot" für künstliche Intelligenz

Vor einem Gremium des Bundestags hat eine Expertin ein "Vermummungsverbot" für künstliche Intelligenz (KI) gefordert. Transparenz sei eine Grundvoraussetzung für einen verantwortungsvollen Einsatz von KI.

Das sagte die Projektleiterin der Bertelsmann Stiftung für die Ethik der Algorithmen, Carla Hustedt, am Montag in Berlin. Dazu gehörten die Kennzeichnung, Nachvollziehbarkeit und Überprüfbarkeit. Hustedt äußerte sich bei einer Sitzung der Untersuchungskommission "Künstliche Intelligenz" zu den Themen Ethik und rechtliche Perspektiven.

Transparenz befähige Betroffene zur Verhaltensänderung, erklärte die Expertin weiter. Sie sei Voraussetzung für die Durchsetzung von Menschenrechten und ermögliche Diskussionen über Werte und Ziele beim Einsatz von KI. Auch könne mit ihr individuelles Vertrauen und gesellschaftliche Akzeptanz geschaffen werden.

Die Expertin empfahl, die Forschung zur KI-Transparenz zu fördern. Zudem sollten die Anforderungen an die Offenlegung des Einsatzes von Algorithmen ausgeweitet und in staatliche Vergabestandards aufgenommen werden. Aufsichtsbehörden und zivilgesellschaftliche Organisationen, die den Einsatz von KI überwachen, müssten gestärkt werden.

Die Enquetekommission soll Empfehlungen formulieren für den Umgang mit künstlicher Intelligenz. Ergebnisse und Handlungsempfehlungen sollen kurz nach der Sommerpause 2020 vorliegen.

(felt/kna)
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