DSGVO: Continental verbietet Whatsapp und Snapchat auf Diensthandys

Sorge über mögliche Verstöße gegen DSGVO : Continental verbietet Whatsapp und Snapchat auf Diensthandys

Aus Sorge über mögliche Verstöße gegen die neuen EU-Datenschutzregeln zieht der Autozulieferer Continental bei den Diensthandys seiner Mitarbeiter vorerst die Notbremse.

Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Dienstag berichtete, untersagt das Unternehmen dort ab sofort die Nutzung von Diensten wie Whatsapp und Snapchat. Davon betroffen seien potenziell mehr als 36.000 Mobilgeräte.

Hintergrund ist demnach, dass Continental befürchtet, womöglich gegen Vorschriften in der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zu verstoßen. Die neuen Regeln, die seit dem 25. Mai angewendet werden müssen, machen Unternehmen und Organisationen europaweit gültige Vorgaben für die Speicherung von Daten. Kunden und Nutzer bekommen gleichzeitig mehr Möglichkeiten, gegen Missbrauch vorzugehen.

Die aus der DSGVO entstehenden Risiken wolle Conti nicht mehr tragen, berichtete die "FAZ" weiter. Die Apps wiesen Datenschutzdefizite auf.

Whatsapp und Snapchat verlangen Zugriff auf die Kontaktdaten im Adressbuch und übertragen die darin gespeicherten Informationen auf ihre eigenen Server. Wer dies ablehnt, kann die Apps nur sehr eingeschränkt nutzen. Nach der DSGVO könnte diese Regelung zu Schwierigkeit führen, denn eigentlich müsste Conti jeden einzelnen Kontakt um Einwilligung bitten, bevor seine Daten übertragen werden.

Dienste sollen unkomplizierte Lösung anbieten

Dies sei aber im Alltag nicht praktikabel, weshalb Continental die Regelung der Dienste kritisch sieht: "Wir halten es nicht für akzeptabel, die Erfüllung von Gesetzen zum Datenschutz einseitig auf die Nutzer zu übertragen", sagte der Vorstandsvorsitzende Elmar Degenhart der Zeitung.

Das Geschäftsgebaren einzelner Software- und IT-Anbieter sehe Conti mit Sorge. Wenn deren Technik hohe Hürden aufbaue, um grundlegende Datenschutzregeln einzuhalten, werde das "Vertrauen der Menschen in Technologien" geschwächt, sagt Degenhart.

Er zeigte sich offen dafür, das Verbot aufzuheben, wenn die Dienste eine Lösung anböten. Diese dürfe aber nicht kompliziert sein, sondern müsse eine unbedenkliche Nutzung schon in den Grundeinstellungen ermöglichen.

(csr/AFP)
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