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Gefahr bei Twitter und Foursquare: Digitale Einladungen für Einbrecher

Gefahr bei Twitter und Foursquare : Digitale Einladungen für Einbrecher

San Francisco (RPO). Sage mir, wo Du bist, und ich raube Deine Wohnung aus. Nach diesem nicht ganz wörtlich gemeinten Motto zeigt ein neues Internet-Angebot an, welche Twitter-Nutzer gerade ihr Haus verlassen haben. Besonders informativ sind diese Tweets dann, wenn sie die Geodaten des jeweiligen Aufenthaltsorts enthalten, wie sie etwa das Soziale Netzwerk Foursquare bereitstellt.

Die Initiatoren von "Please Rob Me" (Bitte raub mich aus) wollen mit ihrer Website bewusst machen, welch sensible Informationen viele Nutzer von Twitter oder Facebook bereitwillig der ganzen Welt mitteilen. Unter der Überschrift "Recent Empty Homes" werden fortlaufend die jeweils neuesten Tweets von Personen veröffentlicht, die gerade ihre Wohnung verlassen haben und sich an einem anderen Ort "eingecheckt" haben, wie es von Foursquare festgehalten wird. Die Entwickler von "Please Rob Me" haben dafür die frei verfügbare Software-Schnittstelle von Twitter eingebunden.

Die Techniken für das soziale Web seien so einfach geworden, dass die Leute bereit seien, viel zu viele Informationen über sich preiszugeben, sagt einer der Initiatoren von "Please Rob Me", Boy Van Amstel.

Zu ihrer Zielgruppe gehört der Geschäftsmann Christopher Lynn, der sich gewundert hat, als er bei "Please Rob Me" auftauchte. Der Marketing-Direktor des Hotels Colonnade in Boston sagt, er sei jetzt vorsichtiger geworden mit den Mitteilungen zu seinem Aufenthaltsort.

Lynn ist aber skeptisch, ob Initiativen wie "Please Rob Me" den Erfolg von geografischen Web-Diensten wie Foursquare, Gowalla oder Loopt aufhalten könnten. Das Bedürfnis, den eigenen Aufenthaltsort und die persönlichen Erlebnisse mitzuteilen, sei viel größer als die Bedenken, die eigene Privatsphäre zu sehr preiszugeben, sagt der Hotelmanager.

Foursquare-Mitbegründer Dennis Crowley sagt, er könne sich zwar vorstellen, dass bestimmte Mitteilungen zum eigenen Aufenthaltsort schädliche Folgen haben könnten. Bislang gebe es dazu aber kaum Beschwerden.

Auch beim FBI heißt es, bislang gebe es kieine Hinweise, dass Mitteilungen über Foursquare, Twitter, Facebook oder ähnliche Internet-Angebote das Risiko erhöhten, einem Einbruch zum Opfer zu fallen. Diese Straftaten seien meist Gelegenheitstaten und würden nicht bis ins letzte Detail geplant, sagt FBI-Sprecher Jason Pack.

Kevin Bankston, einer der Netz-Datenschützer der Organisation Electronic Frontier Foundation (EFF), lobt aber dennoch die Betreiber von "Please Rob Me": "Wir habe da eindeutig ein Problem mit dem Schutz der Privatsphäre - und sie wollen die Aufmerksamkeit dafür wecken."

Das ist Van Amstel und seinen Freunden schon gelungen. Eine Woche nach dem Start von "Please Rob Me" war das Interesse an ihrem Projekt so groß, dass sie sich nun Gedanken machen, wie es weitergehen soll. Jetzt suchen sie eine professionelle Organisation, die "Please Rob Me" übernimmt und das Anliegen der Website weiterführt.

(apd/top)