"Digital durchstarten": Facebook lädt zur Zeche Zollverein in Essen

„Digital durchstarten“: Facebook lädt zum Anfassen nach Essen

Keine Telefonnummer, keine E-Mail-Adresse. Bisher war Facebook für Nutzer, Vereine oder Unternehmen ein anonymer Netz-Gigant. Jetzt will Facebook sein persönliches Gesicht zeigen und lädt drei Tage auf die Zeche Zollverein in Essen. Das Interesse ist groß, die Besucher brauchen auch Geduld.

Schlange stehen, überfüllte Workshops und spontane Videoübertragungen – selbst die Organisatoren waren vom Interesse der Besucher überrascht. Gemessen am Andrang war es überfällig, dass Facebook seine Nutzer zu einem persönlichen Treffen einlädt. Bis Freitag findet in Essen die Messe „Digital durchstarten“ statt, auf der das soziale Netzwerk Unternehmen, Vereine und Einzelpersonen in dieser Form zum ersten Mal außerhalb der USA treffen möchte.

Damit reagiert das Unternehmen auch auf die Negativ-Schlagzeilen der vergangenen Monate und verspricht, sich mit den Sorgen der Nutzer auseinanderzusetzen. “Wir sind da, um Rede und Antwort zu stehen“, erklärt Martin Ott, Managing Director Central Europe, im Gespräch mit unserer Redaktion. Man wolle zeigen, wie die Nutzer Kontrolle über ihre Daten auf der Plattform haben. „Wir wollen aber auch mit Mythen aufräumen. Es schwirrt beispielsweise rum, Facebook würde Daten verkaufen. Das stimmt nicht. Für die kritischen Fragen sind wir auch in Essen da.”

Der aktuelle Datenskandal, der bis zu 87 Millionen Nutzer des Netzwerks betrifft, ist noch nicht aufgearbeitet. Facebook-Manager Ott: “Die Ereignisse um Cambridge Analytica hätten so nie geschehen dürfen. Wir haben da klar Fehler gemacht und Vertrauen verloren. Obwohl sich dieser Fall heute nicht wiederholen könnte, müssen wir noch stärker sicherstellen, dass die Daten der Menschen auf unserer Plattform sicher sind.”

„Deutschland hat noch Nachholbedarf bei der Digitalisierung“

Kleine und mittelständische Unternehmen, Vereine und Einzelpersonen möchte Facebook mit der Messe „Digital durchstarten“ ansprechen und bietet Trainings und Workshops an. Einmal um Werbung für eigene Produkte zu machen, aber auch um Digitalkompetenz zu vermitteln.

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“Ich persönlich glaube, dass Deutschland noch einen Nachholbedarf bei der Digitalisierung hat“, erklärt Facebook-Manager Ott. „Für viele Mittelständler ist die digitale Transformation eine Herausforderung. Sie müssen Prozesse und Technologie anpassen - andere Länder sind im Vergleich weiter. Das gilt auch für die Schule. Das ist der Ort an dem unsere Kinder fit für den digitalen Alltag gemacht werden müssen.” Zusammen mit dem Verein Digitbits unterstützt Facebook Materialboxen für Schulen in der Region.

“Mit unseren Trainings wollen wir auch die Medienkompetenz der Menschen fördern. Sie sollen die Möglichkeit erhalten, im Umgang mit sozialen Medien fitter zu werden“, sagt Martin Ott. „Falschmeldungen haben uns in den letzten Monaten sehr beschäftigt. Es ist schon viel passiert, um das Problem in den Griff zu bekommen. Aber auch jeder Einzelne muss unterscheiden können, ob Inhalte aus vertrauenswürdigen Quellen stammen.“

Auch die Bereiche Jobs und Karriere spielen eine Rolle. Vertreter des TÜV Nords erklären auf der „Digital durchstarten“, wie man an der eigenen Karriere arbeiten kann, so Ott. “Für uns ist das Thema digitale Trainings wichtig, damit Bewerber lernen, wie sie mit einer digitalen Präsenz einfacher einen passenden Job finden können.“

Bis Freitag findet die „Digital durchstarten“ noch in Essen auf der Zeche Zollverein statt. Im Laufe des Jahres gibt es noch Termine in Berlin, Frankfurt und München.

(dafi)