Dienstleister will "8chan" nach Texas-Massaker keinen Schutz mehr gewähren

Chef nennt Plattform „Hasskloake“ : IT-Dienstleister will Internetforum „8chan“ nach Texas-Massaker keinen Schutz mehr gewähren

Der IT-Sicherheitsdienstleister Cloudflare beendet seine Zusammenarbeit mit dem Internetforum „8chan“. Das kündigte der Firmenchef an. Auf der Plattform soll der mutmaßliche Schütze von El Paso ein rassistisches Manifest veröffentlicht haben.

„8chan“ sei ab sofort kein Kunde mehr von Cloudflare, teilte Firmenchef Matthew Prince am Sonntag in einem Blog-Eintrag mit. Die Plattform sei eine „Hasskloake“, die mit ihrer „Gesetzlosigkeit“ viele tragische Todesfälle verursacht habe.

Prince verwies darauf, dass „8chan“ seine Foren nicht moderiert. Damit verstoße die Plattform zwar nicht gegen Gesetze, sie habe so aber ein Umfeld geschaffen, in dem der „Geist“ der Gesetze verletzt werde.

Ein 21-jähriger Weißer hatte am Samstag in einem Einkaufszentrum in der US-Grenzstadt El Paso mit einer Schusswaffe 20 Menschen getötet, darunter sieben Mexikaner. Kurz vor seiner Tat soll der mutmaßliche Schütze bei „8chan“ ein Manifest veröffentlicht haben, in dem von einer „hispanischen Invasion“ die Rede ist. In dem Schriftstück bezieht er sich auch auf den rechtsextremen Anschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch im März mit 51 Toten.

(hebu/AFP)
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