Google Doodle ehrt Erwin Schrödinger: Die Katze in der Doodle-Box

Google Doodle ehrt Erwin Schrödinger : Die Katze in der Doodle-Box

Bei Google gibt am Montag ein neues Doodle zu bestaunen. Es zeigt eine Karton und zwei Katzen. Die eine ist tot und steigt engelhaft gen Himmel. Die andere lugt quietschfidel aus der Pappbox und umschmeichelt den Betrachter.

Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine zynische Nachlese zum Weltkatzentag. Die Zeichnung ist eine Hommage an den österreichischen Physiknobelpreisträger Erwin Schrödinger und dessen Gedankenexperiment "Schrödingers Katze" von 1935. Mit diesem konnte der Forscher seinen Ruhm trotz des 1933 erhaltenen Stockholmer Preis noch einmal beträchtlich steigern.

Instabile Atomkerne und Blausäure

Den Ausgangspunkt bildet ein instabiler Atomkern, der sich in einem geschlossenen und nicht einzusehenden Raum befindet. Dieser zerfällt mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit in einer bestimmten Zeitspanne — oder eben nicht.

Ebenfalls im Raum befindet sich ein Geigerzähler, der den möglichen Zerfall misst. Ist dies tatsächlich der Fall, wird ein Hammer ausgelöst, der auf eine Blausäurekapsel schlägt. Die Katze stirbt einen grausamen Tod, ohne dass der Außenstehende das Nachvollziehen kann.

Und so wäre die Katze für den ahnungslosen Beobachter gewissermaßen gleichzeitig tot und lebendig. Genauso wie die Atome zerfallen und nicht zerfallen sein können. Schrödingers Katze ist ein Paradoxon, das die Idee des Überlagerungszustandes verschiedener Zustände der Quantenmechanik beschreibt: Es kann, muss aber nicht sein.

Gedankenexperiment alltagstauglich

Und so problematisiert Schrödinger die direkte Anwendung quantenmechanischer Begriffe auf die makroskopische, also unsere erfahrbare Welt. Bis heute haben sich zahlreiche renommierte Wissenschaftler an einer Deutung dieses Paradoxons versucht.

Wem die Auflösung furchtbar egal ist, der kann das Gedankenexperiment immer noch nutzen, um einem Freund oder einer Freundin den Alltag zu erklären.

So nutzt Sheldon Cooper, ebenfalls Physiker, aus der Serie "The Big Bang Theory" die Katze in der Box, um Penny ihre Beziehung zu Leonard zu erklären. Diese zweifelt daran, ob sie die Richtige für Sheldons Mitbewohner ist. Und Sheldon nutzt die Box um Penny zu verdeutlichen, dass sie ein Wagnis eingehen muss, um herauszufinden, ob sie und Leonard eine gemeinsame Zukunft haben. So wie man die Box öffnen muss, um zu sehen, ob die Katze tot ist.

Für Zwischendurch gibt es auch noch das passende Spielzeug: Quantenmechanik spielend leicht.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das sind die coolen Katzen unserer Leser

(jco)
Mehr von RP ONLINE