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Kampagne #uglygirlsclub: Die "hässlichen Mädchen" erobern das Netz

Kampagne #uglygirlsclub : Die "hässlichen Mädchen" erobern das Netz

Feministinnen sind immer wieder Vorurteilen ausgesetzt – zum Beispiel, dass sie grundsätzlich hässlich seien. In den sozialen Netzwerken zeigen nun junge Frauen, dass Aussehen nicht alles über eine Person aussagt. Sie posten Fotos, auf denen sie dank übertriebener Grimassen gar nicht mehr wie sie selbst aussehen.

Feministinnen sind immer wieder Vorurteilen ausgesetzt — zum Beispiel, dass sie grundsätzlich hässlich seien. In den sozialen Netzwerken zeigen nun junge Frauen, dass Aussehen nicht alles über eine Person aussagt. Sie posten Fotos, auf denen sie dank übertriebener Grimassen gar nicht mehr wie sie selbst aussehen.

#uglygirlsclub, also "der Klub der hässlichen Mädchen", nennt sich die Kampagne, die derzeit auf Facebook und Twitter die Runde macht. Ins Leben gerufen wurde sie von einigen Feministinnen der Londoner Royal Holloway Universität. Denn diese mussten sich bei einer Veranstaltung ihrer Gruppe eben diese Bezeichnung gefallen lassen.

Am Anfang lachten sie darüber und alberten rum, schreibt der Ugly Girls Club auf seiner Facebook-Seite. Sie hätten ein paar Selfies gemacht und sie ins Netz gestellt. Doch aus dem Scherz wurde schnell eine Kampagne. Seitdem posten Studentinnen nicht nur aus Großbritannien, sondern auch aus vielen anderen Ländern ihre "hässlichen" Bilder.

Konkret verziehen die jungen Frauen ihre Gesichter derart zu Grimassen, dass sie mitunter kaum noch zu erkennen sind. Auch mit Bildprogrammen spielen sie oder stellen ein bestimmtes Körperteil auf den Fotos heraus. Da werden aus normalen Zähnen plötzlich Hasenzähne, da wird das normale Kinn zum Mega-Doppelkinn. Und immer wieder ist darüber der Satz zu lesen "Wir sind mehr als unsere Erscheinung." Manch einer schreibt auch, warum er denn zu den "Ugly Girls" gehört. Fettige Haare, zu große Zähne — alles wird aufgezählt.

Die Initiatoren der Kampagne jedenfalls haben auf Twitter fast 500 Follower, auf Facebook sind es mit mehr als 3000 weit mehr. Sie selbst schreiben dort, sie wollten die Menschen einen im Kampf gegen Vorverurteilungen und Unterstellungen. Sie wollten sich auch gegen allgemeine Schönheitsstandards aussprechen und vielmehr zeigen, dass Schönheit vielfältig sei.

Im Netz jedenfalls haben die Londoner Feministinnen damit Erfolg, denn mit dem Thema Vorurteile aufgrund von Äußerlichkeiten scheinen sich viele identifizieren zu können. Und dort freuen sich nicht nur Frauen über die Aktion und machen begeistert mit, sondern es sind auch einige Fotos von männlichen Usern zu finden, die die Kampagne befürworten.

Hier geht es zur Infostrecke: #uglygirlsclub – der "Club der hässlichen Mädchen"

(das)