Deutsche Telekom AG streitet mit Freifunkern um Magenta

Logo : Telekom streitet mit Freifunkern um Magenta

Der Konzern befürchtet eine Verwechslungsgefahr seines Farbtons mit den Logos der Initiative.

Die Deutsche Telekom geht gegen den öffentlichen Auftritt der Initiative Freifunk vor, die derzeit in vielen Städten im Rheinland ein frei zugängliches Wlan-Funknetz aufbaut. Grund ist der pinke Farbton, der bei vielen Initiativen der Freifunker verwendet wird. Nach Ansicht der Telekom ähnelt das Freifunk-Magenta (Farbcode: #dc0067) zu sehr dem Telekom-Magenta (Farbcode: #E20074). Diese Farbe taucht nicht nur in Logos auf, sondern auch breitflächig beispielsweise auf Internetseiten der Freifunker. Das sorgt in Bonn für die ungeteilte Aufmerksamkeit des Konzerns. "Die Verbraucher ordnen heutzutage die Farbe Magenta ganz überwiegend der Telekom zu", sagte ein Telekom-Sprecher unserer Zeitung. "Vor allem im Telekommunikationsbereich besteht die Gefahr einer Verwechslung, wenn andere Anbieter ebenfalls diesen Farbton einsetzen." Deshalb habe die Freifunk-Initiative im bergischen Burscheid, bei der die Verwendung zuerst aufgefallen sei, einen entsprechenden Brief der Konzern-Anwälte erhalten.

Auslöser war offenbar ein Antrag eines Freifunkers aus Burscheid beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA), mit dem das Logo der Initiative als Wort-Bildmarke ins Register eingetragen und damit geschützt werden sollte. Dabei ist es durchaus üblich, dass auf Markenrecht spezialisierte Kanzleien solche Bewegungen aufspüren und Interessenten darauf hinweisen. Unter dem entsprechenden Aktenzeichen ist im DPMA-Register mittlerweile die Anmerkung zu finden: "Anmeldung gilt als zurückgenommen." Offenbar hat die Reaktion des Telekommunikations-Riesen bereits für den Rückzieher gesorgt.

Dies sei ein guter Schritt, hieß es gestern bei der Telekom. Doch dabei bleibt es womöglich nicht. "Uns geht es vor allem um die Nutzung der Farbe Magenta oder eines ähnlichen Farbtons durch die Freifunker - und da hat sich bisher nichts geändert", sagte der Telekom-Sprecher. "Uns geht es nicht darum, die Initiative zu behindern, sondern um den Schutz unserer Marke und die Vermeidung von Verwechslungen."

Die Freifunker im Rheinland bleiben bisher gelassen. "Diese Anmeldung war die Sache einer Privatperson. Wir als Verein haben keine Veranlassung gesehen, dies weiter zu verfolgen", sagte Reiner Gutowski vom Vorstand des Freifunk Rheinland. Der NRW-Landtagsabgeordnete Lukas Lamla (Piraten), Mitglied der Freifunker im Rheinland, sagte: "Bisher ist bei keinem Verein ein Brief eingetroffen." Das Freifunk-Logo bestehe seit mehr als zehn Jahren. Der Förderverein freie Netzwerke, der die Initiative bereits 2003 in Berlin startete, hat sich den Namen Freifunk als Marke schützen lassen und die verwendete Schrift lizenziert. Darauf und auf Logos und Farben können regionale und lokale Initiativen zurückgreifen.

(RP)
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